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Es bleibt bei der Erweiterung: Eine Aufhebung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Brunnenweg lehnt der Gemeinderat rundweg ab. Neun Anlieger hatten dies gefordert. 

Gemeinderat Waakirchen 

Deutliches Bekenntnis zum Gewerbegebiet

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Den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet am Brunnenweg hatte der Waakirchner Gemeinderat im Juli abgesegnet. Nun stellten zwei Anwohner einen Antrag auf Aufhebung der Satzung. 

Waakirchen – Auf der Tagesordnung war der Antrag von insgesamt neun Anliegern an Brunnen- und Enzianweg nicht gestanden. Da ihr Wunsch nach Aufhebung der Satzung des Bebauungsplans aber mit der Frist 4. November und der Ankündigung „weiterer Schritten“ verbunden war, behandelte ihn der Gemeinderat am Dienstagabend kurzfristig unter dem Punkt „Wünsche und Anträge“. Die Anwohner monieren die durch den Verkehr entstehenden Immissionen sowie die Ausweitung des Gewerbegebiets und damit die Nähe zur Wohnbebauung. Sie war durch einen umstrittenen Grundstückstausch mit FWG-Gemeinderat Andreas Hagleitner möglich geworden.

Bürgermeister Sepp Hartl (FW) machte in Sachen Bebauungsplan deutlich, dass alle Betroffenen und die Träger öffentlicher Belange die Gelegenheit hatten, sich zu äußern, das Bebauungsplanverfahren aber seit Juli abgeschlossen sei: „Änderungen sind nicht mehr möglich. Man könnte höchstens über eine Rückabwicklung entscheiden.“ Von einer solchen aber riet Hartl ab, und am Ende der Diskussion sprach sich der Gemeinderat geschlossen gegen eine Rückabwicklung aus.

Vorher ging es aber noch emotional zur Sache. Rudolf Reber (ABV) wurde gleich deutlich: „Das tut weh. Das tut richtig weh, wenn ich so einen Antrag hören muss“, wetterte er. Da würden Bürger einen halben Kilometer von einem vorgesehenen Gewerbegebiet entfernt wohnen und gleich den Wert ihrer Immobilien in Gefahr sehen. Zynisch bot er an, den Antragstellern beim Verkauf „ihrer Bude“ behilflich zu sein, sollten sie sich entscheiden wegzuziehen. Auch Günther Jeske (FWG) war sauer ob so viel Undank: „Da baut man eigens eine Straße ins Gewerbegebiet, um die Bürger zu entlasten, und dann regen die sich trotzdem auf.“ Das Gewerbegebiet sei dringend notwendig für die Ortsentwicklung und als Arbeitsplätze für die Jugend..

Für Robert Englmann (CSU), Zeichens Richter am Amtsgericht, nahm das Ganze inzwischen „querulantorische Züge“ an, bei „allem Verständnis für die grundsätzlich legitimen Einwände“. Das beflügelte wiederum Hartl zu einem Plädoyer für die Wirtschaftskraft Waakirchens: „Wir wollen keine Schlafgemeinde werden, sondern wollen all das, was eine Gemeinde leisten kann und muss, selbst meistern – ohne am Rockzipfel von irgendwem zu hängen und betteln zu müssen. Wir sind froh, dass wir uns selber entwickeln können“, schimpfte er auch in Richtung Medien. Anstatt seine Bemühungen zu würdigen, sei er als „Schlawiner“ oder „treuherziger Hund“ betitelt worden. An dieser Stelle sprach er noch den Grundstückseigentümern seinen Dank aus, welche die eine Vergrößerung des Gewerbegebiets am Brunnenweg erst ermöglicht hätten. „Nur so können wir uns entwickeln und selbst bestimmen, wer sich dort ansiedelt.“

Lesen Sie hier, was geplant ist.

Nicht ohne Stolz ließ er dann auch wissen, dass die Gemeinde wieder in Verhandlungen stehe mit dem Unternehmen Biolink, dessen Erweiterungspläne die Ausweisung eines vergrößerten Gewerbegebiets einst angestoßen hatten. Hartl verkündete außerdem, dass die Gemeinde 27 Exposés zum Gewerbegebiet rausgeschickt und bereits zwei Antworten von Interessenten erhalten habe. „So unattraktiv ist das Gewerbegebiet Waakirchen also nicht.“

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