1. Startseite
  2. Lokales
  3. Tegernsee
  4. Waakirchen

Waakirchen: Fotovoltaik soll schneller aufs Dach

Erstellt:

Von: Christina Jachert-Maier

Kommentare

Das Dach des neuen Feuerwehrhauses soll mit einer PV-Anlage belegt werden. Um die richtige Größe zu ermitteln, will Bürgermeister Norbert Kerkel den Verbrauch analysieren. Das sogt für Zündstoff.
Das Dach des neuen Feuerwehrhauses soll mit einer PV-Anlage belegt werden. Um die richtige Größe zu ermitteln, will Bürgermeister Norbert Kerkel den Verbrauch analysieren. Das sogt für Zündstoff. © Thomas Plettenberg

Es hätte Harmonie herrschen können im Waakirchner Gemeinderat. Das neue Feuerwehrhaus in Hauserdörfl steht, und alle sind sich einig, dass auf dem Dach eine Fotovoltaik (PV)-Anlage montiert werden soll. Die Frage ist: wann?

Waakirchen - Dabei hatte Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) die Antwort eigentlich schon in einer früheren Sitzung gegeben: Die PV-Anlage kommt aufs Dach, wenn der Energieverbrauch des Feuerwehrhauses mit drei Wohnungen und damit die erforderliche Anlagengröße abgeschätzt werden können. Wie berichtet, hatten Experten der Gemeinde geraten, sich dafür ein Jahr lang Zeit zu nehmen.

Die beiden Grünen-Gemeinderätinnen Cornelia Riepe und Evi Obermüller sehen das anders. Sie finden: Die Anlage soll sofort aufs Dach. Darum hatten sie trotz der erfolgten Absichtserklärung den förmlichen Antrag eingereicht, eine PV-Anlage aufs Feuerwehrhaus zu setzen. Über den hatte der Gemeinderat abzustimmen.

„Wir brauchen doch kein Jahr zu verschenken“, erklärte Riepe. Obermüller erinnerte daran, dass die Stadt Tegernsee für ihr neues Feuerwehrhaus bereits beschlossen hat, das Dach mit der maximal möglichen PV-Anlage zu belegen, unabhängig vom Eigenverbrauch. Strom, der zu viel erzeugt wird, könne ins Netz eingespeist werden. Schließlich gehe es nicht allein darum, Geld zu sparen. „Wichtig ist die CO2-Ersparnis“, meinte Obermüller. Die Gemeinde habe auch eine Vorbildfunktion.

Dagegen warnte Erwin Welzmiller (CSU) vor einem Schnellschuss. Als langjähriger Vorsitzender der Energiegenossenschaft Waakirchen-Schaftlach eG wisse er, wie unterschiedlich die Verbräuche kommunaler Gebäude seien. Es lohne sich, erst alle Informationen zu sammeln und dann eine Anlage zu montieren, die für das betreffende Haus genau passe, erklärte Welzmiller. Eine Haltung, die Gisela Hölscher (FW) unterstützte. Gerade breche auch die Jahreszeit an, zu der eine PV-Anlage den geringsten Ertrag produziere, merkte sie an. Fördermittel könnten in jedem Fall rechtzeitig beantragt werden.

Bürgermeister Kerkel spekuliert auch darauf, dass die neue Bundesregierung die Fördermittel für PV-Anlagen noch erhöhen wird. Riepe schüttelte nur den Kopf. „Wir wollen nicht zocken“, meinte sie. Man könne sich dabei auch leicht verrechnen, weil etwa die Einspeisevergütung für Strom ins Netz kontinuierlich sinke.

„Ihr traut der neuen Regierung, bei der auch die Grünen dabei sein werden, ja relativ wenig zu“, urteilte Kerkel mit Blick auf die grünen Gemeinderätinnen. Auch Rudi Reber (ABV) zeigte sich überzeugt, dass von staatlicher Seite künftig höhere Förderungen zu erwarten sind: „Alles andere wäre ja auch eine Katastrophe.“

Riepe milderte den Antrag schließlich ab, um ein Scheitern zu verhindern. „Wir wollen ja nicht mit dem Kopf durch die Wand.“ Gefordert war nurmehr, die PV-Anlage „schnellstmöglich“ zu errichten. Carolin Marquardt (WIR) empfahl, den Punkt im Januar oder Februar auf die Tagesordnung zu setzen. „Zu früh“, schüttelte Kerkel den Kopf. Riepe schlug März vor, Kerkel erhöhte auf April. Mit Erfolg: Alle stimmten dafür.

Tegernsee-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Tegernsee-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Tegernsee – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare