+
Rudi Reber (ABV, l.) und Norbert Kerkel (FWG) haben es in die Stichwahl geschafft.

Tischtuch endgültig zerschnitten

Waakirchen: FW positionieren sich in Stichwahl gegen Kerkel

  • schließen

Im Rennen um das Bürgermeisteramt in Waakirchen sind nur noch Norbert Kerkel (FWG) und Rudi Reber (ABV). Die FW wollen Kerkel in der Stichwahl nicht unterstützen.

Waakirchen – Sechs Kandidaten gab’s für den Posten des Waakirchner Bürgermeisters. Im Rennen sind nun noch zwei: Norbert Kerkel (FWG) mit 29,54 Prozent der Stimmen und Rudi Reber (ABV) mit 21,28 Prozent. Die Stichwahl am 29. März wird zeigen, wer das Gros der Stimmen holen kann, die sich im ersten Anlauf auf die nun ausgeschiedenen vier Bewerber verteilt haben.

Lesen Sie auch: Dorfmitte Waakirchen: Gemeinderat überlässt Fahrplan den Nachfolgern

Waakirchen: FW positioniert sich in Stichwahl gegen Kerkel

In einem Fall ist das Tischtuch absolut zerschnitten: Stimmenkönig Norbert Kerkel erhält als Vertreter der FWG null Unterstützung von der Ortsgruppe der Partei FW. Gisela Hölscher, aktuell noch eine Fraktionskollegin Kerkels, gibt keine Wahlempfehlung für ihn ab. „Man unterstützt doch keinen, der einem einen Dolch in den Rücken stößt“, sagt Hölscher. Im Wahlkampf sei sie als Vertreterin der Partei FW von den FWGlern geschnitten worden. „Die haben sich sogar an einen anderen Tisch gesetzt.“ Die FWG habe den internen Richtungsstreit mit in den Wahlkampf getragen, erklärt Hölscher. Dies sei nun die Folge.

Wie berichtet, versteht sich die FWG als lose Gruppierung ohne Anbindung an die große Politik. Dem gegenüber steht die aus der FWG erwachsene Partei FW, die auch im Landtag vertreten ist. Hölscher wird dem neuen Gemeinderat als einzige Mandatsträgerin der FW angehören. Sie bezieht klar Stellung für Reber von der ABV.

Alle anderen Gruppierungen halten sich zurück. Die CSU habe sich nach eingehender Beratung dafür entschieden, keine Wahlempfehlung auszusprechen, erklärt CSU-Ortsvorsitzender Alfred Finger. „Wir haben zwei gleichwertige Kandidaten“, findet er. Keinesfalls wolle die CSU das Verhältnis zum künftigen Amtsinhaber belasten. Denn wenn der von der CSU Empfohlene am Ende unterliege, bleibe ein fader Beigeschmack.

Lesen Sie auch:  Live-Ticker: Kommunalwahl im Kreis Miesbach - Alle Ergebnisse hier - Grüne überraschen

Vom Abschneiden des eigenen Kandidaten Markus Liebl ist Finger enttäuscht. „Wir hätten ihn auf jeden Fall in der Stichwahl gesehen.“ Doch Liebl, Geschäftsleiter der Gemeinde, erhielt nur 21,21 Prozent der Stimmen und liegt damit gleichauf mit Cornelia Riepe (Grüne), die als absoluter Neuling in den Wahlkampf startete. Der Ausflug in die Politik ist für Liebl damit vorbei. Nach einem Wahlkampf-Urlaub ist er bereits wieder als Geschäftsleiter im Dienst. Sein künftiger Chef wird Kerkel oder Reber heißen. Wer ihm lieber wäre, dazu könne er in seiner Position nichts sagen, so Liebl.

Die Vertreter der Grünen, die künftig mit drei Mandaten im Gemeinderat vertreten sind, halten sich ebenfalls zurück. „Wir wollen uns nicht auf eine Seite stellen“, meint Sprecherin Riepe. Schließlich werde die Fraktion nach der Wahl mit dem Amtsinhaber zusammenarbeiten. Eine jetzt abgegebene Empfehlung könne das Miteiander belasten. Eine Entscheidung zwischen den Kandidaten sei auch nicht leicht: „Der eine sagt uns vielleicht menschlich mehr zu, der andere inhaltlich.“

SPD-Kandidat Andreas Kilian, der nach dem Rückzug von Christine Mehl den einzigen Sitz der Genossen im neuen Gemeinderat erhält, hat „eine Tendenz“, will aber aktuell noch keine Empfehlung für einen Kandidaten abgeben. Er wolle die Beratung mit dem Ortsvorstand abwarten, meint er.

Neu am Ratstisch wird auch die Bürgerliste Wir vertreten sein. Ob sie eine Empfehlung zur Stichwahl abgibt, ist laut Sprecher Lars Hülsmann noch offen. „Die Tendenz ist aber, dass wir es nicht tun“, meint er. Er selbst wird am Ratstisch entgegen erster Meldungen nicht vertreten sein. Zunächst hatte die Homepage der Gemeinde drei Sitze für Wir angezeigt – der dritte wäre Hülsmanns gewesen. Später zeigte sich, dass Wir nur zwei Mandate erhält. Hülsmann nimmt es gelassen hin: „Das ist Demokratie.“ 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wanderer stirbt in den Blaubergen
Ein Wanderer bricht in den Blaubergen zusammen und muss reanimiert werden. Ein Rettungshubschrauber fliegt ihn anschließend in die Unfallklinik nach Murnau.
Wanderer stirbt in den Blaubergen
Corona-Idee wird zum Sommerhit - Autokino am Tegernsee kommt: Die ersten Termine stehen
Am Tegernsee gibt es bald ein Autokino. Die ersten Termine stehen bereits fest. Location wird die Spielbank in Bad Wiessee sein. Ein Überblick über das Programm.
Corona-Idee wird zum Sommerhit - Autokino am Tegernsee kommt: Die ersten Termine stehen
Wie der Bauhof mit der Müll-Lawine fertig wird
Mit dem Ansturm der Gäste kam auch eine Müll-Lawine an den See. Im interview erklärt der Tegernseer Bauhofleiter Anian Hölzl, wie die Stadt damit fertig wird.
Wie der Bauhof mit der Müll-Lawine fertig wird
Wirtschaftsempfang: SMG sagt Veranstaltung wegen Corona für 2020 ab
Nächstes prominentes Opfer der Veranstaltungsabsagen wegen des Coronavirus: Die Standortmarketing-Gesellschaft hat den Wirtschaftsempfang auf 2021 verschoben.
Wirtschaftsempfang: SMG sagt Veranstaltung wegen Corona für 2020 ab

Kommentare