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Zahllose Gebirgsschützen, wie hier bei der alljährlichen Gedenkfeier zur Sendlinger Mordweihnacht, werden zum Alpenregionstreffen in Waakirchen erwartet.

"Sowas hat Waakirchen noch nicht erlebt"

8000 Gebirgsschützen rücken zum Festtag an

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Waakirchen - Waakirchen fiebert dem wohl größten Fest entgegen, das die Gemeinde bisher erlebt hat: 8000 Teilnehmer wollen zum 24. Alpenregionstreffen der Gebirgsschützen anrücken.

Waakirchens Gebirgsschützen-Hauptmann Martin Beilhack ist im Dauerstress. Ständig klingelt bei ihm das Telefon, damit letzte Fragen geklärt werden. „Es geht richtig rund, und das wird die letzten Tage vermutlich noch schlimmer“, sagt der 60-Jährige, der seit zehn Jahren an der Spitze der 395 Mitglieder starken Kompanie Waakirchen steht.

Eineinhalb Jahre Organisationsarbeit liegen hinter ihm und den Mitgliedern des Festkomitees, in knapp zwei Wochen ist es geschafft. Am 30. Juni beginnt das Alpenregionstreffen, das größte Schützenfest überhaupt, das nur alle zwei Jahre stattfindet und schon sechsmal in Bayern veranstaltet wurde: in Benediktbeuern (1980), in Rottach-Egern (1983), in Garmisch-Partenkirchen (1986), in Gmund (1992), in Bad Reichenhall (2000) und in Ohlstadt (2008).

47 Kompanien gibt es in ganz Bayern, Tirol hat 234 Kompanien, Südtirol 140 und Welschtirol, die italienische Privinz Trentino, zählt 26 Kompanien. Inzwischen haben sich 8000 Gebirgsschützen angemeldet, um beim Hauptfest am Sonntag, 3. Juli, dabei zu sein.

„Dass es so viele werden, hätten wir nicht gedacht“, sagt Beilhack. 1700 Teilnehmer bleiben länger als einen Tag und reisen teilweise schon am Donnerstag an. Für sie mussten die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) und der Tourismusverband Tölzer Land Übernachtungsmöglichkeiten organisieren. „Inzwischen ist fast alles ausgebucht“, weiß Beilhack.

An der Spitze des Organisationskomitees: Waakirchens Hauptmann Martin Beilhack.

Eigentlich könnte er ruhig schlafen: Alles ist organisiert, die Ortsvereine, der Sportverein und die Feuerwehren greifen den Gebirgsschützen unter die Arme und helfen mit – vom Schankdienst bis zum Ordnungsdienst. Einzig das bisher unbeständige, verregnete Wetter macht dem Hauptmann noch Sorgen. „Die Wiesen müssen endlich trocknen, damit die Besucher ordentlich parken können.“ 

Die Parkplätze werden südlich der B 472 eingerichtet. Nördlich der Bundesstraße werden die beiden Festzelte für je 4000 Besucher stehen sowie der Kirchplatz für die Feier eingerichtet. Am Dienstag, 21. Juni, wird mit den ersten Arbeiten für die Zelte begonnen, „bis dahin hoffen wir, dass es sich ausgeregnet hat“, sagt Beilhack.

In den Festzelten beginnt das Programm mit einem großen Musikantentreffen, dann geht’s rund, ehe das Fest auf seinen Höhepunkt am Sonntag mit dem Gottesdienst und dem 2,4 Kilometer langen, farbenprächtigen Festzug zusteuert.

Ein wenig enttäuscht ist der Hauptmann, dass Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der zusammen mit Bürgermeister Sepp Hartl als Schirmherr vorgesehen war, kurzfristig absagen musste. Er wird von seiner Ministerin Ilse Aigner vertreten. „Dass er sich dieses Fest entgehen lässt, wundert mich schon“, sagt Beilhack. Beim Gedenken an die Sendlinger Mordweihnacht, immer an Heiligabend, ist Seehofer schließlich oft dabei.

Beilhack bedankt sich schon jetzt bei allen Waakirchnern für die Unterstützung. Er verspricht Teilnehmern und Zuschauern ein Fest, „das Waakirchen so noch nie erlebt hat“.

Alle aktuellen Infos zum Alpenregionstreffen der Gebirgsschützen 2016 gibt's hier.

Das ist das genaue Programm des Schützen-Festes

Donnerstag, 30. Juni: Um 19 Uhr beginnt im Festzelt das Musikantentreffen mit der Rotofenmusi, der Jungen Pongauer Tanzlmusi, den Weiß’ngroanern und der Tegernseer Tanzlmusi, die zum Tanz aufspielen. Der Eintritt kostet im Vorverkauf zehn, an der Abendkasse 14 Euro.

Freitag, 1. Juli: Ab 20 Uhr steigt die brasilianische Nacht mit der original brasilianischen Band Sambatuque Brasil, Osmar Oliveira & DJ Brasil, brasilianischen Tänzern sowie einer Copacabanabar. Einlass ab 16 Jahren. Der Eintritt kostet im Vorverkauf zehn, an der Abendkasse 14 Euro. Wie es zu der Idee kam, lesen Sie hier.

Samstag, 2. Juli: Um 13 Uhr beginnt der Gaujugendnachmittag mit Jugendplatteln und Festzug. Um 18.30 Uhr findet am Oberländerdenkmal ein Festakt mit Totengedenken, Übergabe der Alpenregionsfahne und Ansprachen statt. Ab 19.30 Uhr Betrieb im Festzelt mit der Waakirchner Schützenkapelle.

Sonntag, 3. Juli: Ab 8 Uhr treffen die Kompanien ein. Um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst, zelebriert von Kardinal Reinhard Marx, Prälat Josef Obermaier, Pfarrer Karl Hofherr und Pastoralreferent Christoph Mädler. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Schützenkapelle Waakirchen. Ab 11.15 Uhr marschieren dann 8000 Gebirgsschützen, Fahnenabordnungen, Spielmannszüge, Trommlerzüge und Musikkapellen durch Waakirchen. Ab 12 Uhr läuft der Betrieb in den Festzelten, am Nachmittag gibt die Original Tiroler Kaiserjägermusik ein Sonderkonzert im Bierzelt.

Eintrittskarten für die Veranstaltungen am Donnerstag und am Freitag gibt es über München Ticket, bei den Tourist-Infos in Tegernsee und Bad Tölz, in der Buchhandlung Hummelberger in Holzkirchen, an der Abendkasse und verbilligt bei folgenden regionalen Vorverkaufsstellen: Waakirchen: Schreibwaren Schletzbaum; Hauserdörfl: Bäckerei Motzet; Warngau: Trachten Beilhack; Schaftlach: Lotto-Toto Wagner; Warngau: Bäckerei Klaus; Otterfing: Kiosk Schaal-Weiller.

gr

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