Vereinbarung mit Greiling, Reichersbeuern und Bad Tölz

Waakirchen schließt Bund für den Wasser-Notfall

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Von der einen Quelle im Schopfloch hängt alles ab. Sollte ihr Wasser nicht mehr genießbar sein, säße Waakirchen auf dem Trockenen. Darum will die Gemeinde in einen Notverbund eintreten.

Waakirchen Der unterirdische See im Schopfloch ist ergiebig. Aus dem Waakirchner Brunnen, der dort seit Mitte der 1960er-Jahre steht, sprudelt es reichlich. Allerdings ist diese Quelle auch die einzige im Gemeindegebiet. „Wir brauchen ein zweites Standbein“, erklärte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) im Gemeinderat. Seit acht Jahren rede man davon. Nun eröffne sich die Möglichkeit, einen Verbund mit den Nachbarn Greiling, Reichersbeuern und Bad Tölz zu grünen. Greifen soll er nur im Notfall: Wenn einer der Partner Probleme mit der Wasserversorgung hat, helfen die Nachbarn aus. Dazu ist eine Verbindung der örtlichen Leitungsnetze nötig. Machbar ist das dank der geringen Distanzen durchaus. Das Waakirchner und das Reichersbeurer Netz liegen nicht weit auseinander.

„Auf Bürgermeister-Ebene haben wir das schon besprochen“, erklärte Hartl. Jetzt sei ein Grundsatz-Beschluss der Gemeinderäte gefragt. Dabei geht es zunächst nur um den Willen, den Verbund zu schließen. Ist der gegeben, wird ein Ingenieurbüro damit beauftragt, die Kosten zu ermitteln. Erst dann geht es in die konkrete Planung.

Der Gemeinderat stimmte einmütig für den Verbund. Allerdings nicht ganz ohne Bedenken. Die Gemeinde müsse die Kosten auf den Wasserpreis packen, merkte Georg Bachhuber (ABV) an. „Der geht ja in schwindelerregende Höhen.“ Schließlich stünden noch weitere Maßnahmen fürs Wassernetz an. Damit zielte er unter anderem auf den Bau eines weiteren Brunnens im Schopfloch ab. Der vorhandene ist in die Jahre gekommen, sollte er ausfallen, hätte die Gemeinde ein Problem. Der Brunnenbau ist darum bereits beschlossen. In Planung sind auch eine Wasserleitung nach Piesenkam und eine Leitung ins Gewerbegebiet. „Klar sind wir vorsichtig, dass der Wasserpreis nicht steigt“, hielt Andreas Hagleitner (ABV) dagegen. Vorerst, so machte Bürgermeister Hartl klar, gehe es ja auch nur um die Ermittlung der Kosten für die Schaffung des Notverbunds. Erst danach werde über die Bau maßnahmen entschieden. Im Übrigen sei Wasser „unser höchstes Gut“.

Ohnehin sei der Verbund die günstigste Lösung, meinte Balthasar Brandhofer (ABV) mit Blick auf die Alternative: die überaus aufwendige und problematische Ausweisung eines neuen Wassergewinnungsgebiets für Waakirchen. Sich am Verbund und der jetzt anstehenden Kostenermittlung zu beteiligen, halte er für vertretbar: „Im Notfall sind wir froh, wenn die da oben den Hahn aufdrehen und wir uns weiter die Füße waschen können.“

Rubriklistenbild: © dpa

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