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Bei heftigem Schneefall fand die Feier am Löwen 2018 statt.

Gebirgsschützenaufmarsch an Heiligabend

Gedenkfeier wieder ohne Söder - dafür mit Aiwanger

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Er lässt sich erneut entschuldigen: Ministerpräsident Markus Söder kommt nicht zur Gedenkfeier der Gebirgsschützen an Heiligabend.

+++Update vom Donnerstag, 19. Dezember, 16.15 Uhr:

Der Waakirchner Kompanie-Hauptmann Martin Beilhack kann mit einer neuen Nachricht in Hinblick auf die Gedenkfeier an Heiligabend aufwarten: Hubert Aiwanger, Stellvertretender Ministerpräsident, hat sein Kommen zugesagt. Der Chef der Freien Wähler war auch beim Gebirgsschützen-Aufmarsch im vergangenen Jahr in Waakirchen dabei.


+++Ursprünglicher Artikel von Donnerstag, 19. Dezember, 9 Uhr:  Waakirchen– Gebirgsschützen aus dem ganzen Oberland kommen an Heiligabend in Waakirchen zusammen, um an die Sendlinger Mordweihnacht von 1705 zu erinnern. Die Gedenkfeier am Fuße des Bayerischen Löwen hat Tradition und wird auch heuer von der Waakirchner Gebirgsschützenkompanie organisiert.

Tradition hat auch, dass neben einer Reihe von Politikern auch der Bayerische Ministerpräsident eingeladen ist. „Doch Herr Söder kommt nicht“, bedauert Waakirchens Hauptmann Martin Beilhack. Er habe dem obersten Schutzherren aller Gebirgsschützen zwar eine Einladung geschickt und auch auf sein Kommen gehofft, doch der Ministerpräsident habe bereits mitgeteilt, dass er nicht kommen werde. Als sein offizieller Vertreter werde jedoch Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, am 24. Dezember nach Waakirchen fahren. Damit lässt sich der Ministerpräsident erneut entschuldigen. Schon 2018 ließ sich Söder vertreten, obwohl es die Waakirchner seit Franz Josef Strauß gewohnt waren, dass alle zwei Jahre ein Ministerpräsident zur Gedenkfeier kommt.

Gedenkfeier in Waakirchen: Ilse Aigner kommt

Fest zugesagt hat jedoch Landtagspräsidentin Ilse Aigner. „Sie ist eine treue Seele“, sagt Beilhack, „sie fühlt sich den Gebirgsschützen echt verbunden.“ Dass weitere Politiker von Regierungsrang und auch aus dem ganzen Umkreis kommen, damit rechnet der Hauptmann fest.

Zugesagt hat auch einer Gebirgsschützen-Abordnung aus der Marktgemeinde Aidenbach (Kreis Passau) mit deren Bürgermeister Karl Obermeier an der Spitze. Mit der niederbayerischen Kompanie pflegen die Waakirchner seit zwei Jahren offiziell eine Partnerschaft. „Sie ist historisch begründet“, erklärt Martin Beilhack. Am 8. Januar 1706 – kurz nach dem Gemetzel vor den Toren Münchens, das als Sendlinger Mordweihnacht in die Geschichtsbücher einging, und wo 3000 Bauern allein aus dem Oberland gegen die willkürliche Herrschaft der kaiserlichen Besatzer ankämpften – fand dort ebenfalls eine Bauernschlacht statt. Nahezu 4000 Aufständische wurden bei Aidenbach im Kampf um Freiheit und gegen Unterdrückung von den österreichischen Besatzungsmächten umgebracht, viele Höfe im Umkreis wurden angezündet. Dass sich die bayerische Bevölkerung damals überhaupt gegen die kaiserliche Regentschaft erhob, wird als erste Revolution der Neueren Geschichte gewertet.

So läuft die Gedenkfeier ab

Um die Erinnerung an Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit geht es bei der Gedenkfeier. Beilhack rechnet mit 500 bis 600 Teilnehmern. Wer dabei sein möchte: Die Aufstellung zum Kirchenzug erfolgt um 9 Uhr beim Christlwirt. Anschließend findet der Gedenkgottesdienst, zelebriert von Stephan Fischbacher und Prälat Josef Obermaier, in der Pfarrkirche St. Martin statt. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Waakirchner Sänger. Obermaier wird die Predigt halten. Danach marschieren Teilnehmer gemeinsam zum Oberländer-Denkmal, wo es Ansprachen gibt.

Im großen Interview mit merkur.de* sprach Markus Söder über die Zukunft der GroKo, eine mögliche neue Greta-Thunberg-Partei und die Zeit nach Angela Merkel.

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