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Die Stute Dana wurde von einem Pferdeschänder an den Genitalien schwer verletzt. Ihre Besitzerin ist schockiert. 

Was treibt einen Menschen zu so einer Tat?

Tierquäler verletzt Stute an Genitalien

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Waakirchen - Kaum zu fassen: Ein unbekannter Tierquäler hat auf einem Pferdehof im Gemeindebereich Waakirchen eine Stute schwer an den Genitalien verletzt. Die Polizei ermittelt.

Der Täter schlich sich zur Weide in Hauserdörfl, wo die Stute Dana (25) graste. Er verletzte sie schwer an den Genitalien, schnitt ihr den Schweif ab, nahm die Haare mit. Die Wiesseer Polizei ermittelt – und bei den Pferdebesitzern geht die Angst um.

„Ich weiß nicht, wie ein Mensch so etwas machen kann“, sagt Walter Hackl erschüttert. In seinem Offenstall in Hauserdörfl ist die schwarzbraune Dana untergebracht, mit sechs weiteren Pferden. Wann genau der Unbekannte die Stute grausam quälte, ist nicht bekannt. Laut Polizeibericht ereignete sich die Tat zwischen Dienstag und Mittwoch. Es war Danas Besitzerin, die die schweren Verletzungen entdeckte. Sie alarmierte das Team der Großhartpenninger Pferdeklinik Am Kirchberg. Die Wunden wurden versorgt, der Stute geht es schon besser. Bleibende Schäden wird sie wohl nicht davontragen. „So etwas schockiert uns auch immer wieder“, meint die behandelnde Tierärztin Christiane von Süßkind. 

Dass Pferde, vor allem Stuten, gequält werden, passiere leider häufiger. In jüngerer Zeit sei ihr ein vergleichbarer Fall aber nicht untergekommen. Die Tiere aus Angst vor Quälern nicht mehr auf die Koppel zu lassen, wäre sicher übertrieben, meint die Tiermedizinerin: „Das ist ja die natürliche Haltungsform.“ Es sei aber sicher gut, auf der Koppel weidende Pferde im Blick zu behalten. Auch eine Überwachung mit Kameras und Bewegungsmeldern biete sich an. Besitzer von Pferdehöfen in der Umgebung sind schockiert. Bei Sebastian Moosreiner vom Hofgut Allerer werden schlimme Erinnerungen wach. Vor etwa zehn Jahren wurde auf seinem Hof ein Wallach an den Genitalien verletzt. Danach verriegelte er sogar die Boxen mit Schlössern. Ganz wohl war ihm dabei nicht. Denn „wenn mal was ist“, ein Brand etwa, dauert es lange, alle Pferde nach draußen zu bringen. Nun sei zum Glück sehr lange nichts gewesen. Aber er ist alarmiert: Auf seinem Hof stehen gut 50 Pferde. 

Bettina Faschinger aus Waakirchen, auf deren Anwesen 20 Pferde stehen, ist generell vorsichtig. Ihre Koppeln sind mit Überwachungskameras gesichert. Ohnehin hat sie die Pferde meist im Blick, nachts kommen sie in den Stall. „Man muss wirklich immer schauen, dass keine fremden Leute auf den Hof kommen“, sagt sie. Zu viel sei schon passiert. Entsetzt über den Vorfall ist auch Josepha Brünner vom Straußenhof. Hier haben 22 Pferde ihr Zuhause, die auch alle auf die Koppel dürfen. Die Weiden liegen rund um das Hauptgebäude. „So habe ich sie im Blick, das ist mir wichtig“, erklärt Brünner. Nachts sind auch ihre Pferde im Stall. Passiert ist auf ihrem Hof bisher nichts, verunsichert ist Brünner dennoch: „Das ist wirklich schrecklich.“ Beunruhigt ist auch Georg Bachhuber, dessen Stall nicht weit von dem Hackls entfernt liegt. 29 Pferde hat er in seiner Obhut. Sie sind in Paddock-Boxen untergebracht. Angesichts des Vorfalls auf dem Nachbarhof ist Bachhuber in Alarmbereitschaft: „Aber man kann nicht die ganze Nacht Wache halten.“ 

Einen alarmierenden Zwischenfall hat es in Waakirchen schon vor wenigen Monaten gegeben. Da wurden Rössern die Schweifhaare abgeschnitten. Zumindest wurden die Tiere nicht verletzt. Und auch da nahm der Täter die Haare mit. Die Polizei verrät zu den Details nichts. Aber: Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. So stehen die Wiesseer Ermittler in Kontakt zu anderen Dienststellen, in denen es ähnliche Vorfälle gegeben hat – nicht nur mit Pferden, sondern auch bei Schafen. Ziemlich klar ist, dass es sich um sexuell motivierte Taten handelt. 

Somit sucht die Polizei nach Tatmustern und Verdächtigen, die schon einmal aufgefallen sind. Man nehme den Fall sehr ernst und habe auch schon einige Erkenntnisse, versichert der zuständige Sachbearbeiter. Einen ähnlichen Fall habe es in der Umgebung nach den bisherigen Erkenntnissen seit Längerem nicht gegeben. Die Polizei bittet aber um Hinweise. Pferdebesitzer, die verdächtige Personen beobachtet haben oder deren Tieren zum Beispiel der Schweif gestutzt wurde, mögen sich bitte unter 0 80 22 / 9 87 80 bei der Inspektion Bad Wiessee melden.

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