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Ein Tunnel soll die B 472 unter der Erde verschwinden lassen.

Als Alternative zur Umgehungsstrasse 

Waakirchner Bürgerbewegung kämpft um Tunnel

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Waakirchen - Waakirchen soll eine Umgehungsstraße bekommen, sagt der neue Verkehrswegeplan des Bundes. Klar ist: Vielen wäre ein Tunnel lieber. Den sollte die Gemeinde Waakirchen jetzt beantragen, findet die Bürgerbewegung. 

„2017 ist das Jahr der Entscheidungen“, ist Lars Hülsmann überzeugt. Die Zeit des Abwartens, davon ist der Sprecher der „Bürgerbewegung Entlastung der B 472“ überzeugt, muss vorbei sein. Deshalb fordert die Gruppierung den Gemeinderat auf, jetzt für einen Tunnel zu kämpfen, der Waakirchen vom Verkehr entlastet. Die B 472 soll unter dem Ort verschwinden, auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern. Um das durchzusetzen, hat die Bürgerbewegung einen Antrag an den Gemeinderat gestellt. Das Gremium möge das Staatliche Bauamt Rosenheim per Beschluss auffordern, den Bau eines Ost-West-Tunnels für Waakirchen zu prüfen, als Alternative zur Südumgehung, die im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 vorgesehen ist.

Bürgermeister Josef Hartl (FWG) hat den Antrag auf die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung am Dienstag, 10. Januar,

gesetzt, Beginn 19 Uhr. „Obwohl ja doch eigentlich klar ist, dass die Tunnellösung geprüft werden soll“, meint Hartl. Schließlich habe auch der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (CSU) verlauten lassen, dass alle möglichen Lösungen des Waakirchner Verkehrsproblems untersucht werden sollen, also auch der Tunnel. Nötig sei ein solcher Antrag aus seiner Sicht also eigentlich nicht.

Zumal der Traum vom Tunnel nicht neu ist. Dass vor allem der Schwerlastverkehr auf der Ost-West-Ache einfach in der Versenkung verschwindet, hätten sich Gemeinderat und Bürgermeister schon immer gewünscht. Das Problem sind die Kosten. Wie teuer ein Tunnel eigentlich wäre, kann Hartl nicht sagen. „Aber er kostet ein Schweinegeld.“ Deshalb hätten die Verantwortlichen stets signalisiert, ein Tunnel für Waakirchen komme nicht in Frage.

Zumal der BVWP eine ungemein günstige Lösung für Waakirchen vorsieht: eine 2,1 Kilometer lange Südumfahrung für 6,6 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Gmunder Umgehung, ebenfalls im BVWP 2030 priorisiert, soll stolze 47,9 Millionen Euro kosten, für 3,8 Kilometer Strecke. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte für die Waakirchner Umfahrung sprechen, fürchtet Hülsmann. „Aber da ist halt nicht mal ein Schallschutz dabei.“

Die Bürgerbewegung kämpft mit viel Einsatz gegen die Umfahrung. Am 21. Dezember, berichtet Hülsmann, habe die Gruppe ein Gespräch mit Christian Rehm vom Staatlichen Bauamt geführt. Dabei habe die Initiative Erstaunliches erfahren, schildert Hülsmann. Zum Beispiel, dass bereits seit dem Sommer eine Umweltverträglichkeitsstudie für  eine Waakirchner Umgehung laufe. „Die ist schon fast abgeschlossen“, meint Hülsmann. Seiner Einschätzung nach werde die Weichenstellung für die Realisierung der BVWP-Projekte schon in der zweiten Jahreshälfte fallen, merkt Hülsmann an. „Der Zug rollt. Und er rollt schnell.“

Rehm habe überdies noch eines klar gemacht, erklärt Hülsmann. Wenn Waakirchen einen Tunnel wolle, müsse ein entsprechender Antrag gestellt werden. „Sonst wird der Tunnel eben nicht geprüft.“ Eine Stellungnahme des Staatlichen Bauamts dazu war am Dienstag nicht zu bekommen. Rehm befindet sich bis zum 9. Januar in Urlaub. Aber es steht bereits ein Termin, an dem er im Waakirchner Gemeinderat das weitere Vorgehen erläutert: Bei einer Sitzung am 14. Februar will Rehm den Kurs aufzeigen.

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