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Lars Hülsmann (l.) und seine Mitstreiter gegen die Ortsumfahrung. 

Waakirchner Initiative

Bürger wehren sich gegen Ortsumfahrung

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Waakirchen - Jetzt wehren sich die Gegner einer Ortsumfahrung. Am Donnerstag, 14. April, gründen sie eine Initiative. 

Die Ortsumgehung von Waakirchen soll die Bürger vom Verkehr entlasten. Aber viele fürchten, dass eine neue Straße alles nur noch schlimmer macht. Am Donnerstag, 14. April,  gründet sich dehalb eine Bürgerbewegung. Sie will die Umfahrung verhindern.  

Am Ende könnte die Waakirchner Ortsumfahrung eine Ersatz-Autobahn werden, fürchtet Lars Hülsmann. Vor allem, wenn die Holzkirchner Südspange nicht kommt, wohl aber die Waakirchner Trasse. Deren Realisierung hat im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans höchste Priorität. Einwände können die Bürger im Rahmen der Beteiligung noch bis zum 2. Mai einreichen. „Wir müssen diese Zeit nutzen“, sagt Hülsmann, dessen Haus just dort steht, wo die im Entwurf eingezeichnete Trasse südlich des Ortes verläuft. Gemeinsam mit acht Mitstreitern hat der Waakirchner beschlossen, eine „Bürgerbewegung Entlastung B 472“ zu gründen. Die Gruppe ist aus der Initiative von Franz Xaver März entstanden, der bereits bei der Bürgerversammlung Widerstand gegen die Umfahrungspläne angekündigt hatte.

Offiziell wird die Bürgerbewegung am Donnerstag, 14. April, im katholischen Pfarrsaal Waakirchen aus der Taufe gehoben. Alle Bürger sind zu dem Treffen eingeladen, das um 19.30 Uhr beginnt. Zudem verteilt die Gruppe in den nächsten Tagen einen Flyer, um klar zu machen, was sie will – und vor allem, was sie nicht will. „Wir sind konsequent gegen eine Ortsumfahrung Waakirchens, egal ob im Norden oder im Süden, heißt es in dem Flyer. Die neue Straße stelle nur eine zeitlich begrenzte Lösung dar und ziehe noch mehr Verkehr an. Sie zerstöre die Natur und teile das Dorf. Eine Südtrasse betreffe sogar Kindergarten- und Schulkinder. Zudem werde die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen in unzumutbarer Weise erschwert. Um die B 472 vor allem vom Schwerverkehr zu entlasten, brauche es ein landkreisübergreifendes Konzept, bei dem das Verkehrsaufkommen zwischen Bad Tölz, Holzkirchen und Miesbach sowie die Anbindung an die Autobahn im Vordergrund stehen, heißt es weiter. Die B 13 und die B 318 müssten konsequent ausgebaut werden. Flankiert werden sollte dies von kurzfristigen Einzelmaßnahmen vor Ort. Hülsmann ist davon überzeugt, dass viele diese Positionen teilen.

Um das zu dokumentieren, sammelt die Gruppe Unterschriften. 170 hatte sie am Montag schon beisammen. „Und es werden sicher noch viel mehr“, meint Hülsmann. Die Bewegung will möglichst viele Bürger dazu animieren, im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum Bundesverkehrswegeplan gut begründete Stellungnahmen gegen die Waakirchner Umfahrung abzugeben. Dass die Waakirchner Umgehung es in die höchste Prioritätsstufe geschafft hat, ist dem Einsatz der Bürgerinitiative Verkehr zu verdanken, die jahrelang für eine Entlastung von Waakirchen und Hauserdörfl gekämpft hat. Vor allem aber hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, im neuen Bundesverkehrswegeplan die Entlastung des Ortes zu beantragen. Wo die Umfahrung verlaufen soll, hatten allerdings weder die Gemeinde noch die Bürgerinitiative fixiert. Schließlich reichte das Staatliche Bauamt Rosenheim eine Trasse ein. Eine wirkliche Planung existiert allerdings derzeit nicht. In einer Sondersitzung wird sich der Gemeinderat am Dienstag, 19. April, mit dem Thema beschäftigen.

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