Und bringt sie später wieder zurück

Waakirchner Putzfrau klaut Rolex-Uhr aus Golfclub

Valley/Waakirchen - Eine Waakirchnerin (47) klaute eine 3000-Euro-Rolex aus dem Valleyer Golfclub. Dann brachte sie die Uhr wieder zurück. Trotzdem kam jetzt das dicke Ende vor Gericht.

Zunächst wollte eine 47-jährige Waakirchnerin, die wegen Unterschlagung auf der Anklagebank des Miesbacher Amtsgerichts saß, gar nichts sagen. Dann sprach sie doch – und änderte ihre Aussage kurz darauf wieder. Der Vorfall, den Richter Walter Leitner zu verhandeln hatte, ereignete sich im Juni des vergangenen Jahres im Golf-Club in Valley. Dort soll die Raumpflegerin die Rolex-Uhr einer Münchnerin im Wert von 3000 Euro entwendet haben. Noch auf der Terrasse wurde sie von der Bestohlenen, die ihre Uhr in der Kabine liegen gelassen hatte, und einer Golfplatz-Mitarbeiterin angesprochen, ob sie die Uhr habe. Damals leugnete die Waakirchnerin das. Nun kam die Kehrtwende vor Gericht – wenn auch spät.

„Ich habe die Uhr im Februar im Lost & Found-Korb des Golfplatzes gefunden“, erzählte die Angeklagte zunächst. Den Namen oder die Telefonnummer der Rolex-Besitzerin hatte sie nicht. „Dann habe ich die Uhr mit nach Hause genommen und wollte sie meiner Kollegin, die erst im März wieder aus ihrem Urlaub zurückkam, in die Schublade legen.“ Vorübergehend, so sagte die Waakirchnerin aus, hätte sie die Uhr also bei sich zu Hause aufbewahrt – ohne bösen Hintergedanken. In der Schublade der Kollegin lag die Uhr dann im März auch. Samt einem kleinen Zettel, auf dem stand, ob das die Uhr sei, die damals im Juni 2015 verschwunden sei. Ihre Unterschrift setzte die 47-Jährige allerdings nicht darunter.

Das machte den Staatsanwalt stutzig. Wollte die Waakirchnerin den Diebstahl vertuschen, bekam letzten Endes aber doch ein schlechtes Gewissen und legte die Uhr klammheimlich in die Schublade ihrer Kollegin? Auch die Sache mit dem Fund im Korb für Fundgegenstände regte Leitner zum Nachdenken an. Denn ein Beamter der Polizeiinspektion Holzkirchen befragte einen weiteren Golfplatz-Mitarbeiter, wie oft denn der Korb geleert würde. Dessen Antwort war, dass dieser vom Zeitpunkt des Verschwindens der Uhr bis Weihnachten 2015 mindestens 10 Mal entleert worden war. Die Angeklagte sagte jedoch aus, der Korb würde nie geleert.

„Das ist eine sehr wilde Geschichte, die Sie da erzählen“, meinte der Staatsanwalt. „Wenn Sie Punkte sammeln wollen und gestehen, dann bitte jetzt. Mit einem Geständnis würden Sie bei einer Verurteilung besser davonkommen.“

Nach kurzem Zögern gab die Beschuldigte den Rolex-Diebstahl dann doch zu: „Ich habe die Uhr da liegen sehen und vorübergehend an mich genommen. Ich habe aber nie versucht, die Uhr zu verkaufen, sondern habe sie immer bei mir daheim gehabt.“ Eine Ahnung, warum sie die Uhr entwendet habe, hatte die Angeklagte nicht. Nach neun Monaten zeigte sich die Waakirchnerin reuig und brachte die Uhr zum Golfplatz zurück. „Indem ich meine Unterschrift nicht auf dem Zettel platziere, dachte ich, dass ich heute hier nicht sitzen würde“, ergänzte die Rolex-Diebin. Im Bundeszentralregister war die 47-Jährige bislang noch eintragungsfrei. Angesichts des Werts der Uhr plädierte Strafner auf eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 25 Euro.

Leitner zeigte sich etwas gnädiger und verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro. Der Richter meinte abschließend: „Letztendlich hat Sie dann zum Glück doch die Reue gepackt.“

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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