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Wer übernimmt den Schreibwarenladen in Waakirchen? Silvia Schletzbaum hört nach fünf Jahren auf. 

Silvia Schletzbaum sucht Nachfolger 

Waakirchner Traditionsladen vor dem Aus

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Der kleine Schreibwarenladen hat eine lange Tradition. Doch nun wird sich die Tür wohl bald für immer schließen. Pächterin Silvia Schletzbaum hört auf, ein Nachfolger hat sich nicht gefunden.

Waakirchen„Den Max“ wird Silvia Schletzbaum (47) vermissen. Das gilt auch umgekehrt. „Es wäre echt schlimm, wenn das Geschäft zumacht“, sagt Max Spahmann. Jeden Tag holt er sich seine Zeitung im Waakirchner Schreibwarenladen, seit fast 20 Jahren. Jetzt tickt die Uhr. Wenn sich bis Ende März kein neuer Pächter findet, wird’s den Laden bald nicht mehr geben. „Ende April ist für mich Schluss“, sagt Schletzbaum.

Vor fünf Jahren war sie es, die kurz entschlossen in die Bresche gesprungen war. 2012 suchte Karl „Charly“ Gleißner einen Nachfolger für den Laden, der in Waakirchen eine Institution ist. Gleißner hatte ihn zehn Jahre lang geführt, als Nachfolger von Fritz und Anna Oberhauser. Das Ehepaar hatte das Geschäft im eigenen Haus gegründet und rund 40 Jahre lang betrieben. Es hängt viel Herzblut daran.

„Ich hatte Lust, mal was Neues auszuprobieren“, erinnert sich Schletzbaum, die zuvor in verschiedenen Berufen unterwegs war. Sie schloss 2012 einen Pachtvertrag für fünf Jahre ab, der nun ausgelaufen ist. Die Arbeit habe ihr stets Freude gemacht, doch verlängern wolle sie den Vertrag nicht, erklärt Schletzbaum: „Ich will jetzt wieder mehr Zeit für meine Familie haben.“

Aber den Ratsch mit der Kundschaft wird sie vermissen. Die tägliche Nachrichtenbörse, das gut gelaunte Miteinander. Der Traditions-Laden bietet auf 38 Quadratemetern Ladenfläche ein buntes Sammelsurium aus Schulbedarf und Karten, Bastelzeug und Süßem, Tabakwaren und Zeitschriften. Im Moment läuft der Räumungsverkauf. Alles soll raus.

Eigentümerin Anna Oberhauser und Schletzbaum selbst haben intensiv nach einem neuen Pächter gesucht, der den Laden weiterführt. Zweimal gab’s eine Zusage und kurz darauf die Absage. Inzwischen hat Schletzbaum die Hoffnung, dass jemand das angestammte Schreibwaren-Sortiment übernimmt, fast aufgegeben. Aber sie hofft, dass vielleicht eine Änderungsschneiderei einzieht oder ein Geschenke-Laden. „Es sollte halt etwas sein, wo die Leute zur Tür reinkommen“, findet sie. Und wo die Lottospieler ihren Service finden: Der Schreibwarenladen ist auch Lotto-Annahmestelle. „Das ist durchaus lohnend“, verrät Schletzbaum.

Findet sich bis Ende des Monats kein Interessent, schließt sich die Ladentür wohl für immer, die Räume werden voraussichtlich als Lager verpachtet. Und das, findet Schletzbaum, „wäre schon sehr schade“.

Das findet auch Bürgermeister Sepp Hartl. „Der Laden ist einfach ein Teil von Waakirchen“, meint er. Leider sei es durch die vielen Großmärkte in der Umgebung und den Online-Handel für die kleinen Geschäfte ungemein schwierig geworden, sich zu behaupten: „Das ist wirklich traurig.“

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