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Im aktuellen Programmheft der Volkshochschulen im Landkreis ist die Waakirchner Einrichtung noch vertreten. Die Leiterin will das Semester aber gar nicht mehr starten.

Gemeinderat hatte die Auflösung beschlossen

Krisensitzung: Was passiert nun mit der vhs?

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Geht es nach dem Gemeinderat, ist das Ende der Waakirchner Volkshochschule besiegelt. Die Betroffenheit darüber ist groß. Bei einer Sitzung will der Verein ausloten, ob doch noch Kurse zu retten sind.

Waakirchen – Für Hannelore Stuber, seit drei Jahrzehnten Leiterin der Waakirchner Volkshochschule (vhs), ist die Situation eindeutig: „Ich kann kein neues Semester mehr starten“, sagt sie. Mitte Februar wären die Kurse eigentlich wieder losgegangen, doch Stuber verabschiedet sich im Frühjahr in den Ruhestand. Das Semester könnte sie somit nicht mehr ordnungsgemäß zu Ende bringen, sagt sie. Und weil der Gemeinderat im Januar entschieden hat, keine Nachfolgerin einzustellen und damit das Ende der kleinen vhs einzuläuten, geht es für die langjährige Leiterin jetzt vorrangig um Schadensbegrenzung.

„Die Homepage werde ich nächste Woche sperren lassen“, erklärt Stuber. Bereits angemeldete Teilnehmer werde sie über das Aus der Kurse informieren, ihre Dozenten wolle sie nach Möglichkeit anderweitig unterbringen. „Die sollen nicht im Regen stehen bleiben“, meint die vhs-Chefin.

Stuber selbst ist über die Entscheidung des Gemeinderats schwer enttäuscht. Und sie findet sie grundlegend falsch. Wenn nun beispielsweise im Zuge der Umstrukturierung der Volkshochschulen ein landkreisweiter Zweckverband gegründet werde, müsse Waakirchen zahlen, habe aber keine eigenen Kurse mehr. „Es ist unglaublich, dass die Erwachsenenbildung in Waakirchen keine Lobby hat“, bedauert die langjährige Leiterin.

In einer Sitzung am Freitagabend soll über das weitere Vorgehen in Sachen Waakirchner vhs beraten werden. Still sterben lassen möchte Vorsitzende und Bürgermeister-Gattin Silvia Hartl die seit 53 Jahren bestehende Volkshochschule nämlich eigentlich nicht. „Wir haben ein bisserl die Hoffnung, dass wir den Verein vielleicht nicht auflösen müssen“, meint Hartl. Möglicherweise könnten Kurse von anderer Seite her bedient werden. Wie das genau ausschauen könnte, kann die Vorsitzende derzeit aber nicht sagen: „Das liegt noch alles im Dunklen.“

Vor allem das Wegbrechen der Musikkurse für die Kinder sowie des Sport- und Gesundheitsangebots wäre schmerzlich für den Ort. In der Gemeinderatssitzung war dazu der Vorschlag laut geworden, die Musikkurse in Waakirchen könnte genauso gut die Musikschule Tegernseer Tal mit übernehmen. So einfach stelle sich die Situation aber keineswegs dar, macht Hartl deutlich. Dazu bräuchte es noch einige Gespräche und Verhandlungen.

Dass der Nachwuchs, der sich auf das Musikangebot der vhs verlassen hat, künftig nicht das Nachsehen hat, ist auch Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) ein Anliegen. „Da stehen wir ein wenig in der Pflicht“, erklärt der Rathaus-Chef auf Nachfrage unserer Zeitung. Eventuell könne man die Musikkurse erst einmal „über die Gemeinde laufen lassen“.

Der Bürgermeister war bei der Januar-Sitzung des Gemeinderats einer der wenigen Verfechter, der sich für den Erhalt der Waakirchner vhs eingesetzt hatte. Und auch jetzt bekräftigt er: „Ich bedaure die Entscheidung sehr.“ Die nächsten beiden Jahre hätte die kleine vhs noch gut und gerne durchstehen können, glaubt Sepp Hartl. Spätestens dann wäre ohnehin ein Zusammenschluss mit anderen vhs-Einheiten fällig geworden. „Wenn es jetzt soweit kommt“, meint er, „hat Waakirchen keinen Fuß in der Tür.“

gab

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