Waakirchner Volkshochschule still beerdigt
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Der Vorstand der vhs Waakirchen: Saskia Ruoff, Margit Rühe-Krux, Silviua Hartl und  Franz Schweiger.

Trägerverein beschließt seine Auflösung 

Waakirchner Volkshochschule still beerdigt

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Nach dem Beschluss des Waakirchner Gemeinderates, die örtliche Volkshochschule nicht weiter zu finanzieren, hat der Trägerverein jetzt seine Auflösung beschlossen. 

Waakirchen – Es war eine Beerdigung in sehr kleinem Kreis. Zur letzten Versammlung des Vereins Volkshochschule Waakirchen waren nur wenige Mitglieder gekommen. Sie beschlossen einmütig, den Verein aufzulösen. Damit ist die vhs Waakirchen nach 53 Jahren Geschichte.

„Es ist schon sehr schade“, sagt Silvia Hartl, Vorsitzende des Vereins und Ehefrau von Bürgermeister Sepp Hartl. Aber dem Verein fehle nach der Entscheidung des Gemeinderates, keine neue Leiterin mehr zu engagieren, die Geschäftsgrundlage. Wie berichtet, verabschiedet sich die langjährige Waakirchner vhs-Leiterin Hannelore Stuber in den Ruhestand. Eine Nachfolgerin war schon gefunden. Doch der Gemeinderat lehnte den Antrag der vhs ab, Stubers Posten neu zu besetzen. Dies auch mit Verweis darauf, dass der allgemeine Zwang zur Bildung von vhs-Verbünden in absehbarer Zeit ohnehin das Ende der kleinen Waakirchner Einrichtung bedeute.

Der rund 200 Mitglieder starke Trägerverein hätte trotzdem bestehen bleiben können. Im Vorfeld war die Rede davon gewesen, dass ein aktiver vhs-Verein Waakirchens Position in einem späteren Verbund stärken könnte. Zur Versammlung, bei der die Entscheidung über die Zukunft des Vereins fallen sollte, wurden alle Mitglieder schriftlich eingeladen. Statt wie sonst im Nebenzimmer eines Gasthofs fand das Treffen in der Aula der Schule statt: Angesichts der Brisanz rechneten die Organisatoren mit einem größeren Andrang.

Tatsächlich kamen neben den Dozenten und Funktionsträgern nur drei oder vier Mitglieder. „Das war wirklich enttäuschend wenig“, meint Silvia Hartl. So fiel die Entscheidung, den Verein aufzulösen, nicht mehr schwer. Hartl selbst hatte ohnehin angekündigt, den Vorsitz niederzulegen: Sie wolle keinen Verein führen, der nur noch eine leere Hülle darstelle.

„Wenn der Saal voll gewesen wäre, hätte es vielleicht anders ausgesehen“, meint Stuber, die das Ende der Waakirchner vhs sehr bedauert. Bei der Mitgliederversammlung legte sie den letzten Jahresbericht vor. Demnach hat die Waakirchner vhs 2016 121 Veranstaltungen angeboten. Ihre Statistik weist 1173 Doppelstunden mit 1654 Teilnehmern aus. Stuber ist aktuell noch bei der vhs Tegernseer Tal beschäftigt und betreut von dort aus weiterhin die Studienfahrten, die ein Schwerpunkt der Waakirchner vhs waren. Die Theaterfahrten allerdings gibt es künftig nicht mehr. „Die machen viel Arbeit und rechnen sich nicht“, erklärt Stuber. Den Schlusspunkt setzt eine Fahrt zum Debüt des in Waakirchen aufgewachsenen Pianisten Amadeus Wiesensee beim Nymphenburger Sommer am Freitag, 16. Juni, 19.30 Uhr . Karten sind unter z 0 80 21 / 81 33 zu haben.

Den Mitgliedsbeitrag 2016 zieht der Verein nicht mehr ein, das verbliebene Vermögen geht an die Grundschule Waakirchen. Was bleibt, sind die Musikkurse für Kinder. Die drei Dozenten haben sich zusammengeschlossen und machen auf private Basis weiter. „Und sie bekommen auch Räume“, verspricht Bürgermeister Sepp Hartl. Den Kurs Kinder-Zumba bietet künftig der Sportverein an, auch die Rückenschule wird weitergeführt. Damit, so Bürgermeister Hartl, seien für die beliebten Angebote Lösungen gefunden. Insgesamt, stellt er fest, war bei der kleinen vhs ja „nicht mehr viel los“.

jm

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