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Auf dieser Wiese in Schaftlach soll ein Haus für Asylbewerber entstehen.

Gegen die Stimmen der CSU-Fraktion 

Waakirchner Wohnungsbaugesellschaft gegründet

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Waakirchen - Um Sozialwohnungen bauen zu können, die zunächst als Flüchtlingsheim dienen, hat der Waakirchner Gemeinderat ein Kommunalunternehmen gegründet. Allerdings gegen die Stimmen der CSU

Ein Kommunalunternehmen kann günstig Kredite aufnehmen und schnell handeln. Allerdings kostet es auch Geld. Für gewöhnlich führt ein – bezahlter – Vorstand die Geschäfte, überwacht vom Verwaltungsrat. In Waakirchen ist das anders, aus Kostengründen. Ein ehrenamtlicher Verwaltungsrat, bestehend aus Gemeinderäten, leitet die Wohnungsbaugesellschaft Waakirchen, vorerst für ein Jahr. Ein Vorstand wird zumindest bis dahin nicht berufen. Eine Konstruktion, die der CSU-Fraktion nicht behagt. 

„Das ist kein guter Start“, erklärte deren Sprecher und Vize-Bürgermeister Erwin Welzmiller im Gemeinderat. Aus seiner Sicht sei es für den Bau des Asylbewerberheims auch nicht nötig, ein Kommunalunternehmen zu gründen, machte Welzmiller deutlich. Das koste nur Geld und sei überflüssig. „Die Stadt Tegernsee hat neulich eines wieder aufgelöst.“ 

Ihre Ablehnung hatte die CSU-Fraktionen schon in etlichen Vorgesprächen deutlich gemacht und blieb bei der Abstimmung auch dabei. Der Beschluss für die Wohnungsbaugesellschaft Waakirchen – Stammkapital 15 000 Euro – fiel mit 14 : 6 Stimmen. Das soll jedoch auch das Ende der Konfrontation sein. „Ich beuge mich der demokratischen Abstimmung“, erklärte Welzmiller. Er wolle mithelfen, das neue Unternehmen zu führen. 

An der Spitze des Verwaltungsrates sollte satzungsgemäß der Bürgermeister stehen. Sepp Hartl (FWG) überlässt den Vorsitz jedoch Andreas Hagleitner (FWG), aus Zeitgründen. Hartl gehört dem Gremium als einfaches Mitglied an. Weitere Mitglieder sind Norbert Kerkel (FWG), Hermann Mair (SPD), Erwin Welzmiller, Robert Englmann (CSU) und Rudi Reber (ABV). Die konstituierende Sitzung der Wohnungsbaugesellschaft erfolgt am Dienstag, 15. Dezember. 

Zu tun gibt es viel. Auf die Schnelle will die Gemeinde zwei Häuser in Schaftlach und Waakirchen realisieren, in denen erst Flüchtlinge und dann bedürftige Einheimische ein Zuhause finden. Wie Rechtsanwalt Stefan Detig in der Sitzung erläuterte, sollen die neuen Häuser fünf bis zehn Jahre lang als Flüchtlingsunterkünfte dienen, danach könnten vor allem Senioren dort eine Wohnung finden. Darum sollen die Häuser barrierefrei geplant werden. 

Entstanden war die Idee, als die Aufstellung eines 65 Meter langen Wohncontainers neben dem Schaftlacher Friedhof, zwischen Michael-Schreiber-Weg und Buchkogelstraße, diskutiert wurde. Rund 500 000 Euro hätte dies gekostet. Geld, das nach Meinung der Gemeinderäte doch besser in einen ordentlichen Neubau fließen sollte, der später Einheimischen zugute kommt. Die Mieteinnahmen, die durch die Unterbringung der Asylbewerber an die Gemeinde fließen, erleichtern die Finanzierung sehr. 

Noch präsentierte Bürgermeister Hartl allerdings keine Planung. Es hätten sich aber schon Anbieter gemeldet, die innerhalb von drei Monaten die gewünschten Häuser realisieren könnten, erklärte Hartl. Schnelligkeit ist jetzt gefragt. In Waakirchen steht für Asylbewerber aktuell nur ein Raum im Untergeschoss der Turnhalle zur Verfügung, zudem leben acht Flüchtlinge leben in einem Privathaus. Ihr Kontingent erfüllt die Gemeinde damit aber noch nicht.

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