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Wurden als „Scheißbullen“ von dem Waakirchner beschimpft: Polizisten (Symbolbild).

Nicht nur dafür wurde er jetzt verurteilt

Waakirchner (21) zur Polizei: „Schleicht‘s euch, ihr Wegelagerer“

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Er spielte sich auf wie ein Bandenboss und beleidigte Polizisten. Vor Gericht gab sich der Waakirchner (21) allerdings ganz anders. Ungeschoren davon kam er deshalb aber nicht.

Holzkirchen/Waakirchen - In freier Wildbahn markierte er gerne den starken Mann, im Sitzungssaal gab er sich eher kleinlaut: Wegen Nötigung und fahrlässiger Körperverletzung musste sich ein 21-jähriger Waakirchner vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Bevor er drei Polizisten aus Unterhaching beleidigte, richtete sich seine Aggressivität gegen einen 19-jährigen Holzkirchner und einen 20-jährigen Valleyer.

Der erste Vorfall ereignete sich im Februar 2016. Per Telefon befahl der Waakirchner einem der geschädigten jungen Männer, sich am Holzkirchner Bahnhof einzufinden. „Sonst mache ich dich fertig“, drohte der Angeklagte laut Staatsanwalt. Am Bahnhof ließ er dann seine Muskeln spielen. Er setzte sich auf den Beifahrersitz des Autos des zweiten Geschädigten und schlug diesem mit der flachen Hand in den Nacken. 

Auf Nachfrage von Richter Klaus-Jürgen Schmid erklärte er, sein Opfer habe ihn zuvor am Telefon beleidigt. Als Zeugen sagten die Geschädigten vor Gericht aber nicht aus. So hatte der Angeklagte über seinen Rechtsanwalt Ernst Lutz ausrichten lassen, er räume die Vorwürfe ein. Zudem, so der Verteidiger, hätten die Geschädigten ihre Strafanträge wieder zurückgezogen.

Auch das zweite Vergehen des 21-Jährigen war schnell abgehandelt. Im August beleidigte dieser in Begleitung von drei weiteren Personen am S-Bahnhof Sauerlach drei Polizisten aus Unterhaching. Laut Staatsanwalt brüllte der Angeklagte den Beamten Kraftausdrücke wie „Scheißbullen“ entgegen. Als ihn diese mündlich zurechtwiesen, legte der Waakirchner mit Sätzen wie „Schleicht’s euch, ihr Wegelagerer“ nach. Weil auch die Polizisten im Vorfeld auf eine Aussage verzichtet hatten, schloss Richter Schmid nach wenigen Minuten die Beweisaufnahme.

Er folgte dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 21-Jährigen zu einem Wochenende Freizeitarrest. Auch ein paar Ratschläge gab der dem Waakirchner, bei dem Jugendgerichtshelfer Josef Stecher eine „Reifeverzögerung“ diagnostizierte, noch mit auf den Weg. „Wenn man sich über jemanden ärgert, macht man besser Liegestütze“, sagte Schmid. „Wir wollen hier keine Verhältnisse wie in Mexiko, wo sich am Ende der stärkste Bandenboss durchsetzt.“

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