Wegen vhs-Schließung 

Ärger über Rüffel aus Gmund

Die Auflösung der Waakirchner vhs ist beschlossene Sache. Der Gmunder Friedrich Joachim macht dem Waakirchner Gemeinderat deshalb heftige Vorwürfe. Das kam da nicht so gut an...

Waakirchen – Das Gremium missachte seinen Verfassungsauftrag, die Erwachsenenbildung zu fördern. Die öffentliche Klage Joachims via Leserbrief kam weder beim Gemeinderat noch bei Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) gut an. Letzterer hatte zwar versucht, die vhs zu retten. Aber dass ein Gmunder dem Waakirchner Gemeinderat Vorwürfe macht, gefiel ihm ganz und gar nicht.

Wie berichtet, hatte Joachim dem Bürgermeister bei einer Info-Veranstaltung zur vhs-Auflösung einen Brief an den Gemeinderat übergeben. Zudem hat er seine Meinung in einem am 14. Februar in unserer Zeitung veröffentlichten Leserbrief kundgetan. Im Gemeinderat verlas Hartl nun den Brief Joachims, wobei er aus seinem Missfallen keinen Hehl machte. Der Gemeinderat habe entschieden, das möge Joachim akzeptieren, ließ Hartl durchblicken.

Das Votum gegen die Weiterführung der kleinen vhs war im Januar mit großer Mehrheit gefallen. Lediglich Hartl selbst, Günther Schmöller (FWG) und Georg Rausch (CSU) stimmten dafür, eine Nachfolgerin für die Ende Mai ausscheidende vhs-Leiterin Hannelore Stuber zu installieren. Somit bedeutet die Pensionierung Stubers auch das Ende der 53 Jahre alten vhs.

Joachim besucht Rückenkurse in Waakirchen und beklagt den „fehlenden politischen Willen“, die Mini-vhs in die Zukunft zu führen. Denn dass die nicht auf Dauer Bestand haben könnte, ist klar: In ein paar Jahren soll es nur noch große vhs-Verbände geben. Diese kümmern sich auch ums Kursangebot in kleinen Orten.

Eben darum solle der Waakirchner vhs-Verein nicht sterben, legte Hartl im Gemeinderat dar. Damit könne Waakirchen bei den Verhandlungen über eine künftige Kooperation mitreden, auch wenn die Gemeinde keine eigene Schule unterhalte. Der vhs-Verein hat derzeit 200 Mitglieder, an der Spitze steht Hartls Ehefrau Silvia. „Wir versuchen, den Verein zu erhalten“, erklärte Hartl.

Und auch das vorhandene Kursangebot soll bestehen bleiben. In erster Linie handelt es sich dabei um Musikstunden für Kinder. „Die werden wir weiter ermöglichen“, meinte Hartl. Und die ältere Dame, die derzeit unter dem Dach der vhs Yoga für Senioren anbiete, könne das weiter tun, nun eben in eigener Regie. Die Theaterfahrten, ein Schwerpunkt der Waakirchner, könnten künftig von der vhs im Tal betreut werden, Dort ist Stuber auch als Ruheständlerin weiterhin tätig

„Am Programm hat sich dann doch eigentlich gar nichts geändert“, meinte Gisela Hölscher (FWG). Und Joachim, empfahl Gwenny Kalch (SPD), könne seine Rückenkurse ja künftig bei der vhs in Gmund belegen.  

jm

Rubriklistenbild: © Andreas Leder

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