Entscheidung bekannt: Das planen die Bayern mit Coman

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Dieses Haus am Schaftlacher Bahnhof gehört jetzt der Gemeinde Waakirchen. Früher wohnten dort Angestellte der Bahn.

Gemeinde Waakirchen kauft Gebäude

Wer zieht ins alte Schaftlacher Bahnhaus ein?

Waakirchen - Sieben günstige Wohnungen am Schaftlacher Bahnhof: Um sie Bürgern mit kleinem Geldbeutel anbieten zu können, hat die Gemeinde Waakirchen der BRD-Bundeseisenbahnvermögen (BEV) ein altes Haus abgekauft. 

Im November hatte der Waakirchner Gemeinderat den Kauf des knapp 100 Jahre alten Hauses am Schaftlacher Bahnhof ins Auge gefasst, den Notarvertrag segnete der Gemeinderat jetzt mehrheitlich ab. Sieben Wohnungen zwischen 70 und 100 Quadratmetern beherbergt das Gebäude, bewohnt ist derzeit nur eine. „Der Zustand ist aber eigentlich gut“, meinte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Um sich davon zu überzeugen, hatte der Bauausschuss des Gemeinderates das Haus eigens bei strömendem Regens besichtigt. Es zeigte sich: Das Dach ist dicht.

Eine Sanierung ist aber dennoch nötig. Um den Aufwand abzuschätzen, beauftragt die Gemeinde einen Experten. Wann die Wohnungen dann vermietet werden und zu welchem Preis, lässt sich Hartl zufolge derzeit noch nicht sagen. Wie viel die Gemeinde für das Haus berappen musste, behält er für sich. „Es war ein fairer Preis“, meint er nur. Allerdings hat die BEV den Verkauf mit einer Auflage verbunden: 20 Jahre lang gilt eine Sozialbindung. Heißt: Die Wohnungen dürfen nur an Bedürftige vermietet werden.

Aber wer ist das? Einheimische mit wenig Geld oder Geflüchtete aus aller Welt? Der Kurs der Gemeinde ist klar: Nachdem ihr Kommunalunternehmen Wohnbaugesellschaft Waakirchen (WBW) in Schaftlach erst im Oktober zwei neue Häuser mit acht Wohnungen eingeweiht hat, die zehn Jahre lang als Flüchtlingsunterkunft dienen, sollen die Wohnungen am Bahnhof vom Start weg Einheimischen zugute kommen. Dies könne die Gemeinde auch steuern, wie WBW-Vorsitzender Andreas Hagleitner (FWG) im Gemeinderat durchblicken ließ. „Das Belegungsrecht hat die Gemeinde. Das war uns sehr wichtig.“

All seine Kollegen konnte er nicht überzeugen. Günther Jeske (FWG) verwies auf die im Kaufvertrag festgehaltene Nutzungsvereinbarung. Demnach soll das Haus der Unterbringung von Flüchtlingen dienen, sofern Bedarf besteht. „Das wollten wir aus dem Vertrag raus haben“, erinnerte Jeske. Dies sei nicht gelungen. Zudem sei ein Zuschuss in Aussicht gestellt worden, den es nun nicht gebe. Darum stimme er dem Notarvertrag nicht zu. Auch Balthasar Brandhofer (ABV) verweigerte die Zustimmung. Für die Flüchtlinge gebe es in Schaftlach ja bereits Häuser.

Einwände, die Hartl nicht gelten ließ. Er sei über die Wortmeldungen schon sehr überrascht, ließ er wissen. Schließlich habe die Gemeinde mit dem Kauf auch verhindert, dass ein anderer das Gebäude übernimmt. Irgendein Investor, dem es um maximalen Gewinn geht. „Da wäre dann die Hütte voll.“ Für die Gemeinde und ihre Bürger sei der Kauf eine gute Sache. Die Mehrheit sah das auch so. Allein Jeske und Brandhofer stimmten gegen den Notarvertrag.

Die Wohnungen, derzeit nur mit Ofenheizungen versehen, werden auf Vordermann gebracht. Vermutlich wird sich auch um dieses Projekt die WBW kümmern. Über die Zukunft des Kommunalunternehmens diskutierte der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung. Wie berichtet, hatte der Verwaltungsrat unter der Führung Hagleitners die WBW ein Jahr lang rein ehrenamtlich geführt und in dieser Zeit die beiden neuen Gemeindehäuser realisiert. Die Führungsriege ist zur Weiterarbeit bereit, allerdings nicht mehr ohne Entschädigung. Was bezahlt wird, welche Aufgaben die WBW übernimmt und welche Struktur sie bekommt, darüber will der Gemeinderat im Januar entscheiden. Für Hartl steht außer Frage. dass die Gemeinde an der WBW festhält: „Nur die Form ist noch nicht klar.“

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