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An einem langen Tisch hinter dem Bürgermeister werden die Waakirchner Gemeinderäte auch bei der nächsten Bürgerversammlung wieder sitzen. 

Waakirchner Bürgerversammlung

„Wie Hühner auf der Stange“: Hickhack um Sitzordnung

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Vorne der Bürgermeister, hinter ihm aufgereiht die Gemeinderäte: So wird es auch bei der nächsten Waakirchner Bürgerversammlung am 24. April sein. ABV-Sprecher Rudi Reber hätte es gern anders gehabt.

WaakirchenBei der Bürgerversammlung stellt sich Waakirchens Rathauschef Sepp Hartl (FWG) gerne vor den Gemeinderat. Buchstäblich. Vorne der Bürgermeister am Rednerpult, dahinter aufgereiht an einer langen Tafel der Gemeinderat: Das wird auch bei der nächsten Bürgerversammlung am Montag, 24. April, so sein. Rudi Reber (ABV) und seine Fraktionskollegen hätten es sich anders gewünscht. Aber ihr Antrag fiel bei der Gemeinderats-Sitzung durch.

Reber hätte seinen Wunsch auf Änderung der Sitzordnung gern nicht öffentlich diskutiert.

Aber Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) pochte auf Transparenz und machte das Anliegen Rebers zum Thema der öffentlichen Sitzung. Dabei ging es nicht nur um die Anordnung der Sitzplätze, sondern auch ums Rederecht. Denn bislang galt: Der Gemeinderat sitzt vorne, den Blick zu den Bürgern auf den Bänken – und schweigt. Jedenfalls meistens. Das eine oder andere Mal hatten Gemeinderäte sich schon einmal einen Satz erlaubt. Künftig, erklärte Hartl, gewähre er ganz offiziell den Mitgliedern des Gemeinderats bei der Bürgerversammlung Rederecht. Ein Positionswechsel komme aber nicht in Frage: „Ihr bleibt’s vorne sitzen.“

Ein Vorschlag, mit dem sich Reber nicht zufrieden gab. „Wir sitzen da wie die Hühner auf der Stange“, meinte er. Und zudem mit dem Rücken zur Präsentation, die den Bericht des Bürgermeisters begleitet. Er fühle sich unwohl am langen Gemeinderatstisch, führte auch Rebers Fraktionskollege Balthasar Brandhofer an. Da vorn sei man den begutachtenden Blicken der Leute ausgesetzt. Der Gemeinderat könne sich auch einfach an einen Tisch zusammensetzen, um Geschlossenheit zu demonstrieren.

Um eine Abstimmung zu erzwingen, fasste Reber seinen Vorschlag schließlich in einen Antrag. Dem stimmten aber nur die vier ABV-Vertreter zu. Vor allem Alfred Finger (CSU) stärkte Hartl den Rücken. Er sei entschieden gegen eine Änderung der bisherigen Praxis, erklärte Finger. „Wir sind ein guter Gemeinderat und arbeiten zusammen“, erklärte Finger. Darum solle das Gremium auch Zusammenhalt zeigen und als Einheit geschlossen vorne sitzen. Dafür plädierte Andreas Hagleitner (FWG) noch aus einem anderen Grund: „Dann sieht der Bürger auch gleich, wer im Gemeinderat ist.“ Vielen sei dies vielleicht gar nicht bekannt.

Gisela Hölscher (FWG) regte an, den Gemeinderäten die Präsentation zur Bürgerversammlung als Vorlage an die Hand zu geben. Dann müsse man sich am Tisch vorne auch nicht umdrehen. Hartl griff das auf, ebenso wie den Vorschlag von Monika Marstaller (FWG), für einen behindertengerechten Zugang zur Turnhalle zu sorgen. Und dies nicht nur zur Bürgerversammlung. Diese beginnt um 20 Uhr. Anträge können bis Dienstag, 18. April, eingereicht werden. jm

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