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Bei der Einweihung der neuen Häuser in Schaftlach: (v.l.) CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Sepp Hartl, Andreas Hagleitner und Landrat Wolfgang Rzehak. Fürs erste Projekt der WBW gab’s viel Lob

Gemeinderat muss über Kommunalunternehmen neu entscheiden

Wohnbaugesellschaft: Was kommt nach dem geschenkten Jahr?

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Waakirchen - Ein Jahr ehrenamtliche Arbeit, um ein Musterprojekt aus dem Boden zu stampfen: Die Führung der Wohnbaugesellschaft Waakirchen hat Wort gehalten. Jetzt ist das Jahr um. Und wie geht's weiter?

Zur Einweihung der beiden schmucken Häuser am Schaftlacher Michael-Schreiber-Weg Anfang Oktober strömten die Ehrengäste nur so herbei, Fernsehteams dokumentierten die Lobeshymnen. In Rekordzeit hatte die Wohnbaugesellschaft Waakirchen (WBW), ein Kommunalunternehmen der Gemeinde, die Neubauten mit insgesamt acht Wohnungen auf die grüne Wiese gestellt. Zehn Jahre lang dienen die Häuser als Domizil für Flüchtlinge, der Freistaat zahlt eine ordentliche Miete. 

Danach stehen die Wohnungen für Einheimische mit kleinem Geldbeutel zur Verfügung. Doch so sehr die Redner bei der Einweihung vom Vorbildprojekt und der Arbeit der WBW schwärmten, so hitzig war vor der Gründung des Unternehmens im Waakirchner Gemeinderat gestritten worden. Die CSU-Fraktion ließ sich nicht überzeugen. Der Beschluss zur Gründung der WBW fiel schließlich mit 14:6 Stimmen. Dass es immerhin eine Mehrheit für das Kommunalunternehmen gab, ist wohl auch den besonderen Umständen zu verdanken. 

Für gewöhnlich führt ein bezahlter Vorstand die Geschäfte, überwacht vom Verwaltungsrat. In Waakirchen boten Gemeinderäte an, die Arbeit ein Jahr lang als ehrenamtlicher Verwaltungsrat zu übenehmen. Den Vorsitz übernahm Andreas Hagleitner (FWG), sein Stellvertreter ist Hermann Mair (SPD), zudem sind Norbert Kerkel (FWG), Rudi Reber (ABV), Erwin Welzmiller und Robert Englmann (beide CSU) dabei. Seit 1. November ist das Jahr um, und die Zukunft des WBW damit wieder offen. 

Auflösen wollen Hagleitner und sein Team das Unternehmen aber nicht. „Das wäre schade“, erklärt Vize Mair. Wie es weitergehen könnte, dazu hat das WBW-Führungsteam bereits ein Papier erarbeitet und den Fraktionen zugeleitet. Über die Details äußert sich Hagleitner nicht, mit Rücksicht auf die Gemeinderatskollegen, die er nicht unter Druck setzen wolle. Nur so viel: Die WBW könnte durchaus noch weitere Häuser wie die in Schaftlach bauen. In Waakirchen zum Beispiel. „Wir sollten das KU nicht fallen lassen“, findet auch Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). 

Die Mannschaft habe eine Meisterleistung vollbracht, sich auch um die Bauleitung gekümmert. Allerdings liege die Entscheidung ganz beim Gemeinderat. Derzeit, so Hartl, prüfe Rechtsanwalt Stefan Detig im Auftrag der Gemeinde alle juristischen Fragen zur Zukunft der WBW. Zu klären gibt es einiges. Zum Beispiel, ob künftig auch die rund 60 alten Wohnungen der Gemeinde einbezogen werden sollen. Und ob ein Geschäftsführer engagiert werden soll. 

Klar ist eines: Ehrenamtlich wird die bisherige Führungsmannschaft ihre Arbeit für die WBW wohl nicht fortsetzen. „Jedenfalls nicht in dieser Intensität“, wie Hagleitner sagt. Aktuell führt das Team die WBW aber auch nach Ablauf der Jahresfrist noch weiter – bis zur Entscheidung des Gemeinderates. Wann die fallen wird, kann Hartl noch nicht genau sagen. In der nächsten Sitzung sei das WBW noch kein Thema: „Aber nach Möglichkeit wollen wir noch heuer einen Beschluss fassen.“

jm

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