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Zwischen Bäckervoitl und Kreissparkasse sollen 28 Wohnungen und etliche Läden geplant. 

Wirtschaftlichkeitsberechnung läuft

Wohnungsboom in Waakirchens Dorfmitte

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Waakirchen soll sich entwickeln.  Die  Gemeinde den Bau von 28 Wohnungen und etlichen Läden mit Tiefgarage beim Bäckervoitl. Dazu passen die Pläne von Bäcker Martin Kuhn für sein Gebäude am Löwen-Denkmal.

WaakirchenIm Stillen ist die Planung der Waakirchner Ortsmitte weit gediehen. Vier Wohn- und Geschäftshäuser will die Gemeinde im Bereich zwischen dem Anwesen Bäckervoitl und der Kreissparkasse hochziehen. Im Erdgeschoss sind Läden eingeplant, darüber Wohnungen, 28 an der Zahl. Dazu gehören 120 Stellplätze, 80 davon in einer Tiefgarage. Erst vor Kurzem hat Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) das Konzept gemeinsam mit seiner Mannschaft bei der Regierung von Oberbayern vorgestellt. Von deren Segen hängt viel ab: Ohne Fördergelder lässt sich das Projekt nicht stemmen. Denn die Wohnungen sollen nicht meistbietend auf den Markt kommen, sondern zum bezahlbaren Preis an Senioren, Alleinerziehende und Familien gehen. Errichten wird die Gemeinde die Häuser in Eigenregie, voraussichtlich über ihr Kommunalunternehmen. „Wir geben nichts an einen Bauträger“, sagt Hartl.

Bäcker Martin Kuhn hat erste  Pläne für sein Wohn- und Geschäftshaus am Löwendenkmal  vorgelegt.

Noch sind die Pläne des Architekten Hans Hagleitner nur ein Entwurf. „Es läuft gerade eine Wirtschaftlichkeitsberechnung“, erklärt Hartl. Über die Höhe der Investitionskosten

schweigt er sich noch aus. „Aber es ist schon ein Brocken“, meint er. Mithilfe der staatlichen Wohnbauförderung dürfte es aber gelingen, das Konzept umzusetzen. „Das ist schon alles durchdacht“, versichert Hartl. Voraussichtlich im Frühjahr, wenn der Entwurf mit den Behörden abgestimmt ist, werde er die Pläne den Bürgern bei einer großen Präsentation vorstellen.

Das Grundstück gehört der Gemeinde seit April 2010. Damals erwarb die Gemeinde das Bäckervoitl-Anwesen mitsamt den zugehörigen Grundstücken. Seit dieser Zeit gehört ihr die gesamte Fläche zwischen der Waakirchner Kirche und dem Pfarrhof. Der Bäckervoitl-Hof selbst ist in die aktuelle Planung nicht einbezogen. Der ehemalige Eigentümer wohnt noch dort. Mit dem Wohnbau-Projekt will die Gemeinde vor allem Senioren zu einer geeigneten und bezahlbaren Wohnung verhelfen. „Die Senioren gehören in die Dorfmitte“, sagt Hartl. Bedarf gebe es reichlich.

Bäcker Martin Kuhn hat erste  Pläne für sein Wohn- und Geschäftshaus am Löwendenkmal  vorgelegt.

Während die Gemeinde ihr Projekt am Bäckervoitl mit Volldampf vorantreibt und zügig anpacken will, hat der Holzkirchner Bäcker Martin Kuhn erst begonnen, über die Zukunft seines benachbarten Wohn- und Geschäftshauses direkt am Löwen-Denkmal nachzudenken. Der Unternehmer hat dort 2016 die frühere Bäckerei Meindl übernommen und sie nach einem Umbau als seine 17. Filiale eröffnet. Sie läuft bestens – und Kuhn hat nun der Familie Meindl das Gebäude abgekauft, mitsamt dem dahinter liegenden Grundstück. Teile des Hauses stehen leer, vier Wohnungen sind vermietet.

Eine Sanierung des 1963 errichteten Hauses scheint kaum rentabel. Im Bauausschuss legte Kuhn eine erste Bauvoranfrage zur Entwicklung des Grundstücks vor. Eine erste Variante sieht den Erhalt des Altbaus vor, eine zweite den Abriss und den Bau eines großzügigen neuen Komplexes. Die Bäckerei bleibt, dazu entstehen 16 Wohnungen: sechs mit 55 Quadratmetern, zehn mit 75 Quadratmetern. Der zweiten Variante, also dem Neubau, gab Bürgermeister Hartl den Vorzug: „Die gefällt mir sehr gut.“ Der Neubau passe gut ins Waakirchner Dorfmitte-Konzept. „Und die Wohnungen sind gut für uns.“ Mit einem einstimmigen Beschluss gab der Bauausschuss Kuhn grünes Licht dafür, auf Basis des Entwurfs weiterzuplanen. Dazu ist ein Bebauungsplan nötig. „Dafür haben wir alle Zeit der Welt“, meint Kuhn. Er strebe die Realisierung erst in drei, vier Jahren an. Sehr a Herzen lägen ihm die Mieter, die in dem Haus wohnten: „Wir werden niemanden vertreiben.“

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