Die Hoppe-Note ist M arkus Hoppe bei seinen Bieren wichtig. Neben der Wuid-Serie und den Edelbieren bietet er künftig auch Klassiker an, Helles und Weißbier. Sobald seine Brauerei steht, geht’s los. Foto: Thomas Plettenberg

Neubau und erweitertes Sortiment

Der wuide Brauer legt los

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Brauer Markus Hoppe (27) gibt Vollgas. Die Konzepte für Schaubrauerei, Gasthof und Biergarten stehen. Die Rezepte für Helles und Weißbier auch.

Waakirchen–  Der richtige Zeitpunkt, um loszulegen, ist für Markus Hoppe: jetzt. Schließlich schläft Söhnchen Emil, wenige Wochen alt, noch viel. „Später, wenn das Ganze läuft, ist er größer und ich habe mehr Zeit für die Familie“, meint Hoppe. Auch sein eigenes Alter, 27, passe bestens. So bleibe viel Zeit, die gewaltigen Investitionen wieder hereinzuholen.

So jung Hoppe auch ist: An seinem Konzept feilt er schon lange. Aber bei der Suche nach einem Grundstück für seine Brauerei musste Hoppe ein paar Fehlschläge einstecken. Jetzt ist es gefunden, gleich am Waakirchner Ortseingang, von Bad Tölz kommend. Wie berichtet, hat der Gemeinderat den Plänen zugestimmt. Das Genehmigungsverfahren läuft noch. Aber nachdem Hoppe und Planer Thomas Schmidt den Entwurf mit dem Landratsamt abgestimmt haben, dürfte dem Okay nichts entgegenstehen. Bis zum Jahresende will Hoppe seine Brauerei unter Dach haben. Als Erstes wird die Produktionshalle fertig sein, der Bau des zugehörigen Gasthofs mit Wohnung dauert länger. Insgesamt rechnet Planer Schmidt mit einer Bauzeit von 14 Monaten.

Unterdessen braut Hoppe weiter in Grafing, wo er sich bei der Brauerei Wildbräu-Grandinger eingemietet hat. Sein Unternehmen Hoppebräu besteht schon seit 2013. „Wir haben 100 Prozent Wachstum“, sagt Hoppe. Inzwischen werden die Kapazitäten in Grafing knapp. Schon deshalb ist es wichtig, dass die Brauerei in Waakirchen schnell entsteht. Dort wird übrigens nur produziert, nicht abgefüllt. Das passiert weiter in Grafing.

Bekannt geworden ist Hoppe durch seine Spezialbiere. Die heißen Wuida Hund, Wuide Hehna oder Wuidsau und werden in sechs Länder exportiert. Ein klassisches Helles bietet er derzeit nicht an. Denn das würde sich angesichts der hohen Miete, die Hoppe in Grafing zahlen muss, nicht rechnen: „Ich kann ja keine 35 Euro für einen Kasten Helles verlangen.“

Aber die Rezepte für eine Klassik-Serie stehen. Für sein Helles und das Weißbier hat er schon viel experimentiert. „Jedes meiner Biere muss eine Hoppe-Note haben“, meint er. Eine Note, die es vom Gewohnten unterscheidet. „Das Tegernseer Bier schmeckt jedem, und alle anderen Brauereien orientieren sich daran“, findet Hoppe. Sein Konzept ist ein anderes: „Ich will Sortenvielfalt.“

In seiner Schankstube werden 15 Zapfhähne aus der Wand ragen. Von dort aus können die Gäste durch eine Glaswand auf die Biertanks blicken. Sobald die Anlage steht, wird Hoppe in die Vollen gehen. Dann entstehen die Klassik-Biere, die Wuid-Serie wird von fünf auf sieben Spielarten erweitert, auch bei den Edelbieren legt er noch zu. Letztere entstehen in Kooperation mit der Whisky-Brennerei Slyrs und reifen in speziellen Fässern.

Hoppes großes Thema ist Schankkultur. Dabei setzt er auf einen Mix. Traditionell bayerisch soll es sein, aber auch Pub-Flair haben und das Legere einer Bar. Bei den Produkten setzt er ganz auf die Region, plant Kooperationen mit Metzgern und Bäckern. Als Partner sucht der Brauer einen Gastronomen, der so tickt wie er selbst. Die Regie wird er aber auch in Gasthof und Biergarten nicht aus der Hand geben. „Sonst könnte ich nichts machen, wenn der Wirt Tiefkühl-Burger serviert“, meint Hoppe. Darum verpachtet er nicht.

Aber das Miteinander, das ist ihm wichtig. Jeden Freitag Bierprobe, jedes Quartal ein Brauereifest, durchgängig Führungen. Vereine könne bei ihm ihr eigenes Bier brauen, Gäste in seinem Biergarten auch Mitgebrachtes verzehren. Ideen hat Hoppe noch viele. Und ein großes Ziel: „Ich will einen Ort schaffen, an dem sich alle pudelwohl fühlen.“

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