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Das neue Gewerbegebiet entsteht gleich neben dem Demeterbetrieb Eva’s Paradiesgarten (l.). 

Einwände gegen Gewerbegebiet am Brunnenweg

Zu viel Schatten für den Paradiesgarten?

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Das neue Gewerbegebiet am Brunnenweg soll Waakirchen Arbeitsplätze und Finanzkraft bringen. Doch mancher Anwohner fürchtet Nachteile. Den Bebauungsplan hat der Gemeinderat nun verabschiedet.

Waakirchen– Im Gemeinderat ist das Gewerbegebiet nicht umstritten. Einmütig und ohne Diskussion segnete das Gremium den Bebauungsplan ab. Es war schon der zweite Anlauf. Wie berichtet, musste die Gemeinde ein Lärmschutzgutachten nachreichen und den Plan ändern. Dies deshalb, weil die Absicht der Gemeinde, den gesamten Bereich am Brunnenweg zum Gewerbegebiet zu machen, nicht umsetzbar ist. Die bestehende Bebauung ist als Mischgebiet eingestuft. Dort gibt es Betriebe, aber auch Wohnungen, die vor Immissionen geschützt werden müssen. Doch auch die geänderte Version des Bebauungsplans löst bei Anwohnern Proteste aus. Ein Privatmann brachte in einer Stellungnahme 19 Punkte vor, die aus seiner Sicht gegen das Gewerbegebiet sprechen. Im Kern steht die Befürchtung, dass die Ansiedlung neuer Betriebe mehr Verkehr, Lärm und Immissionen bedeutet. Dies mindere den Wert seines Wohnhauses. Aber auch ein bestehender Betrieb fürchtet um seine Zukunft: Eva’s Paradiesgarten, eine Demeter-Gemüse-Gärtnerei. Das Unternehmen liegt unmittelbar neben dem neuen Gewerbegebiet. Die Eigentümerin des Bio-Betriebs führt an, dass der Schatten einer geplanten Fertigungshalle den Ertrag ihrer Felder immens schmälern könnte. Zudem werde der Hag, der dem Entwurf zufolge angelegt werden soll, den Boden negativ beeinflussen und durch sein Laub die Kulturen beeinträchtigen. Emissionen der neuen Betriebe könnten zur Aberkennung der Demeter-Zertifizierung führen.

Bedenken, die nach Ansicht der Verantwortlichen im Rathaus allesamt unbegründet sind, wie Bauamtsleiter Christoph Marcher in ausführlichen Stellungnahmen darlegte. Der Gemeinderat segnete diese ab – teils mit Kopfschütteln. Dabei war es die überaus umfangreiche Stellungnahme des Wohnhaus-Besitzers, die für Unwillen sorgte. „Schade“ sei es, dass ein Betroffener sich so heftig zu Wort meldete, wenn die Gemeinde versuche, Gewerbe anzusiedeln, meinte Rudi Reber (ABV). Und dann nicht einmal zur Sitzung erscheine, merkte Hartl an. Er kenne den Beschwerdeführer gar nicht.

Ob der Widerstand vor Gericht geht, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird die Genehmigung des Bebauungsplans noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bürgermeister Sepp Hartl rechnet nicht damit, vor Ende 2019/Anfang 2020 mit der Erschließung des Geländes beginnen zu können. Zumal es noch ein weiteres Hemmnis gibt. Ein Teil der grünen Wiese, die zum Gewerbegebiet werden soll, ist an einen Landwirt verpachtet. Die Gemeinde hofft, den Vertrag vorzeitig beenden zu können. Ob es gelingt, ist noch offen. Ebenso wie die Frage, welche und wie viele Betriebe sich ansiedeln.

Weiterhin interessiert ist die Firma Biolink, deren Erweiterungswünsche vor Jahren Anlass für die Ausweisung des Gewerbegebiets waren. Biolink gab dennoch zunächst dem Standort Bad Tölz den Vorzug, ist nach einem Eigentümerwechsel aber wieder auf Grundstückssuche. Die Verhandlungen mit der Gemeinde Waakirchen laufen. Doch auch wenn Biolink ein neues Firmengebäude hochzieht, wäre nach Auskunft von Bürgermeister Hartl noch Platz für weitere Betriebe. „Wir haben sehr gute Anfragen“, berichtet Hartl. Die Gemeinde hat einen Vergabeausschuss gebildet, der sich demnächst wieder trifft. Das Gremium erarbeitet einen Kriterienkatalog, der bei der Auswahl der Betriebe helfen soll. Auch der Grundstückspreis ist festzulegen. Die Gemeinde hat sich die Fläche, gut 50 000 Quadratmeter, vertraglich gesichert und tritt als Verkäufer auf. Davon gehörten 7 500 Quadratmeter FWG-Gemeinderat Andreas Hagleitner, der durch einen Tauschhandel entschädigt werden soll. Ob dieser rechtlich einwandfrei ist, wird noch immer von der Regierung von Oberbayern geprüft. Die Analyse hätte eigentlich Ende des Monats abgeschlossen sein sollen. Bei der Verabschiedung des Bebauungsplans enthielt sich Hagleitner der Stimme.

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