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Bei der Festmesse verschwanden die Bierkrüge kurzzeitig unter dem Tisch.

Feuerwehr Schaftlach feiert 125-jähriges Bestehen

Zwischen Party, Messe und Alarm

Vier Tage lang feierte die Freiwillige Feuerwehr Schaftlach ihr 125-jähriges Bestehen und damit ihre Gemeinschaft. Von Wettkampf über Party und Festzug bis zum „Anruf Gottes“ war bei den Floriansjüngern alles geboten.

Schaftlach„Besser hätte es nicht laufen können“, sagte Norbert Kerkel vom Organisationskomitee der Freiwilligen Feuerwehr Schaftlach am gestrigen Sonntag. Da blickten die Floriansjünger schon auf drei lebendige und offensichtlich auch anstrengende Festtage zurück.

Am Donnerstag hatten 30 Mannschaften beim Seilziehen das Festzelt in eine Arena verwandelt. Es kamen rund 1200 Gäste, die Hundhamer Wehr holte sich den Sieg (wir berichteten). Heiß ging es auch bei der Ampel-Party am Freitag her: Weit über 2000 junge Leute flirteten und feierten sich durch die Nacht. 1500 Gäste kamen dann am Samstag beim Konzert mit Saso Avsenik und seinen Oberkrainern in Schwung. „Das Konzert war ausverkauft, und weil die Musik so mitreißend war, haben auch ganz viele getanzt“, berichtet Kerkel.

Trotz des Feiermarathons, bei dem die Floriansjünger ihre Zähigkeit und ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellten, standen rund 1200 Feuerwehrler, Mitglieder der Ortsvereine, die Kreisbrandinspektion, Bürgermeister Sepp Hartl und Landrat-Stellvertreter Klaus Thurnhuber am Sonntagvormittag bereit für den Festgottesdienst. Der wurde wegen des schlechten Wetters kurzerhand ins Zelt verlegt.

„Wir sind alle ein bisschen traurig, dass wir nicht draußen an diesem besonderen Ort den Gottesdienst feiern können. Aber bisher hat alles so gut gepasst, dass wir dankbar sein dürfen“, tröstete Pfarrer Stephan Fischbacher die Anwesenden, die gebeten wurden, Bierkrüge und Flaschen vom vorangegangenen Weißwurstfrühstück für einen würdevollen Gottesdienst unter den Tischen verschwinden zu lassen.

Fischbacher würdigte die Feuerwehrler, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, in einer Zeit, in der der eigene Wille oft Vorrang zu haben scheint vor dem, was für die Gemeinschaft gut und nützlich sei: „Ihr von der Feuerwehr lebt das Gegenmodell: Gemeinsinn geht vor Eigensinn“, lobte der Geistliche, der von seinen Kollegen, Feuerwehrseelsorger Alois Winderl und Pastoralreferent Christoph Mädler, dem Schaftlacher Kirchenchor und der Schützenkapelle Reichersbeuern bei der Zeremonie unterstützt wurde.

Fischbacher betonte, wie wichtig die Feuerwehr für den Zusammenhalt im Ort sei und hoffte, dass auch die Floriansjünger die Gemeinschaft als Bereicherung fürs eigene Leben empfinden: „Man kann nur etwas gewinnen, wenn man etwas einsetzt.“

Er bat um Gottes Schutz und Segen, damit den Floriansjüngern bei ihren gefahrvollen Einsätzen nichts passiere. Und gerade als der Pfarrer aufgefordert hatte, sich kurz schweigend zu besinnen, gingen – mitten in die Stille – Notrufe bei nicht wenigen der Anwesenden ein und informierten über einen aktuellen Einsatz. „Das scheint ein Anruf Gottes zu sein“, erklärte der Pfarrer scherzend.

Nach dem Gottesdienst formierten sich die Floriansjünger am Ortseingang zum Festzug in Richtung Bahnhof und zurück. Abends stand dann noch die Auerberger Tanzlmusi auf dem Programm.

Von Alexandra Korimorth

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