Freistaat kann Standort entscheiden

Gemeinde will Funkmast nicht an der Aueralm

Bad Wiessee - Irgendwo im Gebiet rund um die Aueralm soll ein Mast für den digitalen Behördenfunk (BOS) errichtet werden. Wo genau, das hat schon für viele Debatten gesorgt.

Jetzt habe man lange nichts mehr gehört von dem Masten, meinte Fritz Niedermaier (Wiesseer Block) im Bauausschuss. Er fürchtet, dass der Freistaat den Masten am Ende still und heimlich genau dorthin setzt, wo ihn die Gemeinde nicht haben will: gut sichtbar nahe der Alm. Eine Sorge, die wohl nicht ganz unberechtigt ist. Zumindest hält sich das Bayerische Innenministerium in dieser Frage sehr bedeckt.

„Von welchem Standort aus das Gebiet rund um die Aueralm mit dem BOS-Digitalfunk konkret versorgt werden wird, ist derzeit völlig offen“, teilt Markus Dengler als Sprecher der Projektgruppe DigiNet mit. Alle in Fragen kommenden Standortalternativen würden noch auf ihre funktechnische und einsatztaktische Eignung geprüft.

Dabei schien ein guter Standort schon gefunden. Wie berichtet, hatte die Gemeinde als Alternative einen Standort bei einem Forstweg im Wald empfohlen, auf dem Gelände der Bayerischen Staatsforsten. Als problematisch erweist sich allerdings die Stromversorgung des Mastes. Es müssen neue Leitungen gelegt werden. Eine Verlegung durch den Fockensteinbergweg kommt aber wohl nicht in Frage. Die Anliegergemeinschaft wolle dies nicht, erläuterte CSU-Gemeinderat Georg Erlacher, der selbst zu den betroffenen Grundbesitzern zählt.

Ein entsprechendes Gespräch mit Vertretern der Firma Telent wurde im Wiesseer Rathaus geführt. Dass in der Runde kein Vertreter der Gemeinde zugegen war, sorgte für Verwunderung. Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) bezog dazu im Gemeinderat Stellung „Wir haben in der Sache nichts zu sagen“, meinte Höß. Darum seien auch nur die Anlieger eingeladen gewesen. Ein Bauantrag für den Antennen-Standort liege im Übrigen noch nicht vor. Tatsächlich, räumte Höß ein, könne der Freistaat hoheitlich einfach einen Platz wählen und den Masten platzieren.

Niedermaier rief zur Wachsamkeit auf. „Es kann nicht sein, dass man in unser schönstes Wandergebiet einen Masten setzt“, erklärte er. Unterdessen betont Dengler, der Freistaat strebe „grundsätzlich“ bei der Standortsuche das Einvernehmen mit der betroffenen Gemeinde an.

Höß ist dabei noch ein anderer Aspekt sehr wichtig: Er will, dass der BOS-Sendemast auch von einem Mobilfunknetz-Betreiber genutzt wird. Nur dann nämlich würde sich auch der Handy-Empfang in dem Gebiet verbessern. Derzeit gibt's dort viele Funklöcher.

„Was nützt es mir, wenn ich mit gebrochenem Hax am Berg liege und nur die Behörden miteinander kommunizieren können?“, meint Geschäftsleiter Michael Herrmann. Inzwischen gebe es erfolgversprechende Gespräche zur Verbesserung des Mobilfunkempfangs.

Organisieren muss dies die Gemeinde wohl selbst. Im Rahmen des BOS-Digitalfunkprojekts werde die Mitnutzung der Infrastruktur durch andere nicht aktiv betrieben, lässt DigiNet-Sprecher Dengler wissen. Theoretisch sei sie mit Hilfe von Antennenträgern und Leerrohren aber möglich.

jm

Rubriklistenbild: © DigiNet/kn

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