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Es kann losgehen: Mitarbeiterin Christa Stillner (l.) und Geschäftsführerin Renate Zinser (r.) verteilen Handtücher in der Abteilung Augenbad an Bürgermeister Peter Höß (2.v.r.) und TTT-Chef Christian Kausch (2.v.l.). 

Übergangsdomizil im Badepark eröffnet

Wiesseer Jodbad ab sofort wieder in Betrieb

Das Wiesseer Kurviertel wird total umgekrempelt, und eine erste Etappe ist tatsächlich geschafft: Das Jodbad in seinem Ausweich-Domizil über dem Badepark ist eröffnet.

Bad Wiessee – Das Flair der alten Gemäuer, das an ruhmreiche Heilbad-Zeiten erinnert, ist weg. Dafür findet der Badegast jetzt im ersten Stock des Badeparks kleine, aber feine Räumlichkeiten: Eine halbrunde Empfangstheke, in dezentem Gelb und Beige gestrichene Wände und vor allem viel Licht, das durch Glas an der Decke in den Flur fällt. Von dort geht’s hinein in die einzelnen „Bäder“: Sechs Räume, in denen sich die Wannen für die 30-minütigen Bäder und die dazugehörigen Ruheliegen für die anschließenden halbstündigen Erholungsphasen befinden. Ein Raum für 15-minütige Sprühbader, ebenfalls mit Ruheliegen, drei Massage-Räume und ein Behandlungsraum für Augenbäder und Inhalationen sind eingerichtet. Überall hängen Bilder aus alten Jodbadzeiten. Alles ist eigentlich wie früher, nur eben kleiner. Und alles klappt wie früher: Damit das Jod- und Schwefelwasser in dem Übergangsdomizil in die Wannen laufen kann, hat die Gemeinde unter der Wilhelminastraße eine Leitung in den Badepark legen lassen.

Überhaupt hat sie kräftig investiert: 170 000 Euro waren für den Umbau kalkuliert, etwa 200 000 Euro sind es geworden, wie Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) am Mittwoch am Rande der offiziellen Eröffnung sagte. „Es hat halt pressiert, daher mussten wir uns bei Heizungs- und Lüftungsarbeiten für eine etwas teurere Lösung entscheiden.“ Dass Anfang Februar als anvisierter Eröffnungstermin eingehalten werden konnte, freut den Bürgermeister sehr. Er bedankte sich bei allen Beteiligten und äußerte sich froh darüber, dass es nach allem Abwägen sämtlicher Vor- und Nachteile  zur Zwischenlösung im Badepark gekommen sei. Dass die obere Etage gut zehn Jahre leer gestanden sei, habe sich jetzt also als Segen erwiesen. „Ein bis zwei Jahre, vielleicht auch länger, wird das Jodbad nun hier laufen“, kündigte Höß an. 

Solange jedenfalls, bis das neue Badehaus steht, dessen Bau gleich neben dem Badepark schon im Mai beginnen soll. Höß verlor kein Wort über die umstrittene und nur mit hauchdünner 8:7-Mehrheit getroffene Entscheidung des Gemeinderats. Nur so viel: Er sei gerade erst in der Regierung von Oberbayern vorstellig geworden und habe die gute Nachricht erhalten, dass Ende März der Förderungsbescheid vorliegen werde. Wie berichtet, soll das neue Badehaus, das nach den Plänen des Südtiroler Star-Architekten Matteo Thun entsteht, insgesamt 8,7 Millionen Euro kosten. Die Gemeinde rechnet mit einem Zuschuss von 3,2 Millionen Euro. „Es sind inzwischen viele wichtige Schritte gemacht“, sagte Höß, „und es gibt keinen Grund, die Entwicklungen in Frage zu stellen.“ Die Investoren des Medizinzentrums würden mit Hochdruck weiterarbeiten und im Frühjahr die Pläne zur Genehmigung einreichen. Ein Grund, das neue Badehaus zu bauen sei auch, so Höß, dass das Heilwasser zu Korrosionen an den Leitungen führt. Das schon allein führe dem Thema Übergangsdomizil eine Endlichkeit zu. „Hier zu bleiben“, so Höß, „wäre Bad Wiessee nicht würdig.“

Jodbad-Geschäftsführerin Renate Zinser war die Erleichterung darüber, dass es nun endlich wieder losgeht, anzumerken. „Wir haben den Umzug ohne Unternehmen geschafft. Das war richtig Maloche“, sagte Zinser und bedankte sich bei allen Beteiligten.

Die 13 Mitarbeiter freuen sich nun auf möglichst viele Badegäste. Die Öffnungszeiten wurden erweitert. Montag bis Freitag ist von 8 bis 13 Uhr geöffnet, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 15 bis 18 Uhr, ab Ostern kommt auch der Samstag dazu.

gr

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