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Der Zither-Manä Manfred Zick wird am Montag, 6. März, 70 Jahre alt.

Zum runden Geburtstag

Zither-Manä: Aufmüpfig und wuid – auch mit 70

Mit 33 Jahren rief Manfred Zick den Zither-Rock ins Leben. Anfangs sah er sich deswegen Anfeindungen ausgesetzt - inzwischen ist er eine Legende. Am Montag feiert Zick seinen 70. Geburtstag. 

Schaftlach - Er hob eine Welt aus den Angeln. Mit einem Instrument. Das muss man erst mal hinbekommen. Manfred Zick hat genau das geschafft. Und er weiß auch noch das exakte Datum: Es war Heilig-Drei-König 1980, bei einer Session nach einem Konzert im Gasthaus Nägele in Wörnsmühl. Da spielte der damals 33-Jährige spontan kein Gstanzl auf der Zither, sondern Chuck Berry. Der Zither-Rock war geboren. Damit hat sich der Zither-Manä zu einer Legende der bayerischen Musik- und Kleinkunstszene gemacht. Am Montag, 6. März, wird der Schaftlacher 70 Jahre alt. 

Der Zither-Manä eroberte sukzessive die Kleinkunstbühnen, trat an der Seite von bekannten Künstlern wie der Spider Murphy Gang oder Georg Ringsgwandl auf. Die traditionelle Volksmusikszene geriet zunehmend in Aufruhr. Wie der die Zither verhunzt, verhöhnt, gar „vergewaltigt“ – solche Vorwürfe musste sich der Zither-Manä anhören, anonyme Morddrohungen inklusive. „Die wollten mich vernichten“, erinnerte sich Zick erst vor wenigen Wochen bei der Gesprächsreihe „Die blaue Couch“ im Waitzinger Keller in Miesbach an jene Zeit. Dabei ist er der Volksmusik eigentlich nie wirklich untreu geworden. Kraudn-Sepp und Roider Jackl sind seine Vorbilder geblieben, auch als im Teenager-Alter Chuck Berry und in der Studentenzeit Pink Floyd noch dazukamen. 

„Die Volksmusikanten hatten wenig Selbstbewusstsein“, meint der Schaftlacher. „Sie haben eine wunderbare Musik, die ich liebe.“ Bis heute eröffnet er mit einem Landler seine Auftritte, wie es ihm sein früher Förderer Georg Kostya vom Bayerischen Rundfunk ans Herz gelegt hatte. 

Gesellschaftskritisches und politische Themen nahm der Zither-Manä in seinen Liedern immer wieder auf. „Ich muss meine Meinung sagen.“ Vor allem gegen Rechtsradikalismus, der ihm aktuell wieder zunehmend Sorge bereitet. Kult wurde vor allem sein „Lago di Bonzo“: Der Bayerische Rundfunk habe das Lied zwar 15 Jahre lang nicht gespielt – aber die Diskotheken rund um den Tegernsee spielten es rauf und runter, erinnert sich Zick. Öffentlich gewürdigt wurden seine Verdienste erst spät. Im Jahr 2012 dann bekam der Zither-Manä schließlich die Goldene Zither für seine Verdienste um die Weiterentwicklung des Instruments und seiner Technik, 2013 den Münchner Poetenthaler. 

Ein echter Rock-Star wollte Zick indes eh nie werden. Als er in den frühen 80ern erste größere Erfolge feierte, war er schon Familienvater. Und vermutlich wäre er für einen Rockstar ohnehin viel zu bodenständig gewesen. Aufgewachsen als Arbeiterkind in einem Deisenhofener Mietsblock, hatte er sich ohne Abitur ein Ingenieurstudium in Elektrotechnik an der Technischen Universität erarbeitet. Seine Berufung fand er – bis zur Pensionierung 2010 – schließlich als Berufsschullehrer für Mathematik und Informatik. 

Auf der Bühne darf der wuide Zither-Rocker bis heute raus. Noch immer steigt er bei seinen Konzerten auf den Tisch und bringt die Saiten seiner E-Zither mit einem knackigen Rock-Riff zum Röhren. „Früher war die Schwierigkeit naufz’kema“, sagt er augenzwinkernd, „heute ist die Schwierigkeit obaz’kema.“

Kathrin Hager 

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