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„Heilersucht“: Ein neues Phänomen

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- Ein neues Phänomen macht den Suchtberatungen, auch der Münchner Sucht-Hotline, zu schaffen: die Heilersucht. Vor allem Frauen im Alter zwischen 40 und 60 sind davon betroffen. Sie suchen Rat im Internet bei übersinnlichen Beratern wie Kartenlegern, Pendlern, Hellsehern oder Schamanen.

Die Anrufer werden dann durch unklare Vorhersagen zum Wiederanruf verleitet. Oft steht am Anfang eine zerbrochene Beziehung. Besonders labile Persönlichkeiten laufen Gefahr, nicht mehr ohne die Entscheidungshilfe auszukommen.

Die "Hilfs"-Angebote der Heiler werden mit der Kreditkarte bezahlt. Sie kosten in der Spitze mehrere Euro pro Minute. Oft steht am Schluss die Verschuldung des Opfers. "Die Betroffenen sehen nicht so sehr ihre Abhängigkeit von der Beratung als Problem, sondern die Verschuldung", sagt Christoph Peter Teich von der Münchner SuchtHotline.

Oft handele es sich bei Betroffenen um sehr einsame Menschen. Hilfe für Betroffene soll es demnächst im Selbsthilfezentrum München geben. Dort ist eine "Heilersucht"-Selbsthilfegruppe im Aufbau. Kontakt unter der Telefonnummer 089/52 29 56 11.

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