Amoklauf lässt Lehrer erkranken

- Freising (wal) - Herbert Lanzinger (59) wirkte angespannt. Konzentriert verfolgte der frühere Lehrer der Freisinger Wirtschaftsschule die rechtliche Diskussion um seine Klage auf Anerkennung eines Dienstunfalls. Seitdem Amokläufer Adam Labus (22) ihn am 19. Februar 2002 ermorden wollte, konnte der Pädagoge nicht mehr arbeiten. Vor dem Verwaltungsgericht kämpfte er um ein Unfallruhegehalt, das die Frühpension übersteigt, die der 59-Jährige jetzt bezieht.<BR>

Aufgrund einer Grippeerkrankung entkam der Lehrer für Textverarbeitung am besagten Februartag dem Anschlag (wir berichteten). Labus erschoss statt seiner Rektor Klaus Cislak (52) und verletzte einen Lehrer schwer. Anschließend brachte er sich selber um. Lanzinger, der wenige Stunden unter Polizeischutz gestanden hatte, weil befürchtet wurde, dass der Amokläufer den Pädagogen noch daheim aufsuchen würde, erlitt aufgrund der Geschehnisse eine posttraumatische Belastungsstörung. Sie verschlimmerte sich, als er vier Monate später eine anonyme Morddrohung erhielt. "Du kannst ja schon wieder lachen, wir werden Dich jagen, wir werden Dich schlachten", hieß es in dem Schreiben, das mit "Adams Erben" unterzeichnet war. <P>Lanzingers Anwältin Gabriele Schenk wies das Gericht auf den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Dienst des Pädagogen und dem geplanten Mord hin. Adam Labus habe sich für schlechte Noten rächen wollen, die ihm Lanzinger als Lehrer erteilt habe. Die 5. Kammer unter Vorsitz von Richter Peter Läpple ließ vorab erkennen, dass sie diese Einschätzung teile. Eine endgültige Entscheidung wird für heute erwartet. <P></P>

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