Aufatmen in Poing

- Badewannen-Mord: Tatverdächtiger seit Donnerstag in Haft

VON ARMIN RÖSL Poing - 14 Monate nach dem Mord an der 38-jährigen Gudrun Wudy aus Poing verhaftete die Polizei am Dienstag den mutmaßlichen Täter. Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung kamen die Ermittler auf die Spur des 21-jährigen Michael F. Der Arbeitslose aus München-Riem sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft.

Für die Polizei ist der grausame Mord an Gudrun Wudy geklärt. "Er ist unser Täter", sagte gestern Polizeidirektor Michael Schmidt zur Eröffnung der Pressekonferenz der Kripo in Erding. Warum sich die Ermittler sicher sind, dass sie den Mörder von Gudrun Wudy gefasst haben? "Das DNA-Material, das wir von Michael F. genommen haben, ist mit dem DNA-Material, das wir am Tatort sicher gestellt haben, identisch", erklärte Alfred Wimmer, Einsatzleiter der Soko Bergfeld.

Weiteres Material belastet den 21-jährigen Arbeitslosen. In seiner Wohnung hat die Polizei eine Plastiktüte gefunden. Inhalt: Hosen sowie Ober- und Unterwäsche von Gudrun Wudy. Außerdem ein Kartoffelmesser und eine Kette. Beides stammt ebenfalls aus der Mordwohnung. Ob das Messer die Tatwaffe ist, muss die Polizei noch untersuchen. An der Klinge sind undefinierbare, dunkle Flecken zu sehen.

Der Tatverdächtige schweigt zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. "Mehr als die Eckdaten zu seiner Person hat er nicht gesagt", so Wimmer. Mittlerweile wird der 21-Jährige von einem Anwalt vertreten. Jetzt liegt es an der weiteren Ermittlungsarbeit der achtköpfigen Soko Bergfeld, den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Wimmer: "Wir wissen zum Beispiel immer noch nicht, wie der Täter in die Wohnung von Gudrun Wudy kam."

Ein Grundgerüst hat die Polizei immerhin. In jener Nacht vom 10. auf den 11. August 2002 wurde die 38-jährige Elektroingenieurin sexuell missbraucht und brutal erstochen. Anschließend legte der Täter sein Opfer in die Badewanne. Drei Tage nach dem Mord wurde die tote Gudrun Wudy von ihrem Vater entdeckt.

Am Dienstagabend ging bei der Soko Bergfeld der entscheidende Hinweis aus der Bevölkerung ein. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, um 3.07 Uhr, wurde Michael F. verhaftet. Am Donnerstag erließ der Haftrichter des Polizeipräsidiums München Haftbefehl gegen den 21-Jährigen. (siehe Bayern-Teil).

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