Bäckerin um Vermögen geprellt

- VON THOMAS STEINHARDT Schöngeising - Es sah aus wie ein kleiner Bäckereiüberfall. Die zwei Bosnier, die kurz vor Weihnachten eine Bäckerin aus Schöngeising (Kreis Fürstenfeldbruck) bestohlen haben, ließen aber offenbar weit mehr Geld mitgehen als ursprünglich gedacht. Nach eigenen Angaben hatte die Geschäftsfrau nämlich nicht nur etwas Wechselgeld in ihrer Kasse, stattdessen lagen ganze 500 000 Euro zwischen ihren Semmeln und Brezn. <BR>

<P>Im Dezember hatten die beiden Täter die kleine Dorfbäckerei überfallen. Um vier Uhr morgens klopften sie an die Tür und verlangten sechs Semmeln. Während die Bäckerin die Semmeln aus der Backstube holte, schnappte sich der Mann aus einem Schrank die Tasche mit dem Geld und verschwand. Von einer geringen Beute hatte die Polizei damals berichtet. Wie die Kripo in Fürstenfeldbruck auf Anfrage unserer Zeitung jetzt zugibt, will die Bäckerin allerdings um 500 000 Euro und einige Sparbücher bestohlen worden sein. Aus Rücksicht auf die 69-Jährige habe man die Summe damals nicht genannt, erklärt Kripo-Sprecher Michael Haber. Die Flucht der zwei Männer dauerte nicht lange. An der Grenze zu Österreich, wo sie einen Beamten verletzten, wurden sie festgenommen.<P>Offenbar wussten die Täter, wo das Geld versteckt war. Denn einer der Männer hatte rund ein halbes Jahr in dem Geschäft gearbeitet. Er habe sich aber als unzuverlässig erwiesen, erklärte die Frau. Warum überhaupt soviel Geld im Laden gewesen war? Das Opfer erklärt dazu nur: "Bei der Bank gibt es ohnehin keine Zinsen." Unter anderem habe es sich um Einnahmen aus dem Weihnachtsgeschäft gehandelt. Und dass die Tasche an diesem Morgen im Laden war, sei reiner Zufall gewesen.<P>Zwar konnten die zwei mutmaßlichen Diebe gefasst werden, von der selben Fahndungsgruppe, die auch den Millionendieben Ingo Spitz und Matthias Schmidt auf die Spur kam. Von der halben Million hatten die beiden aber nur 200 000 Euro bei sich. Die zwei Männer schweigen bisher. Die Beamten halten es für möglich, dass die Bäckerin falsche Angaben gemacht hat. Außerdem prüfen sie, ob die 69-Jährige den Bosnier schwarz beschäftigt hat.<P>

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