Am Bahnhof: Das Filetstück liegt auf Eis

- VON CHRISTINA JACHERT-MAIER Holzkirchen - Die Bahn will ihre Liegenschaften am Holzkirchner Bahnhof zu Geld machen. Doch die Vermarktung des Filetstücks, der Fläche rund um die frühere Post, liegt auf Eis. Der Grund: Auf dem Areal steht ein Betriebsgebäude der DB Netz AG, das voraussichtlich erst 2010 geschlossen werden kann. Bahn-Sprecher Ingo Schüttke räumt Fehler ein: "Wir haben die Problematik falsch eingeschätzt."<BR>

<P>Um ihre Immobilien zu versilbern, hat die Bahn die Grundstücke rund um den Holzkirchner Bahnhof der Verwertungsgesellschaft Aurelis übertragen. In deren Auftrag ist der frühere Landrat und Ex-Staatssekretär Wolfgang Gröbl als Makler tätig. Einen beachtlichen Teil des 12 500 Quadratmeter umfassenden Areals hat der Bernloher seit 2003 auch an den Mann gebracht. "Ich denke, am Bahnhof ist viel Positives passiert", betont er.<P>Doch am vermeintlich wertvollsten Platz wird sich am tristen Bild so schnell nichts ändern. Die Rede ist von dem 3900 Quadratmeter großen Grundstück in allerbester Lage, auf dem das ehemalige Postgebäude steht. Aus dem heruntergekommenen Haus ist die Bayerische Oberlandbahn (BOB) gerade ausgezogen und hat sich in einem nahe gelegenen Neubau eingerichtet.<P>Hinter der früheren Post befindet sich eine Betriebsstätte der DB Netz AG. Den Altbau hatte die Bahn als verzichtbar angesehen. Eine Fehleinschätzung, wie Schüttke jetzt einräumt. "Es geht da nicht um ein Büro und ein paar Schreibtische", sagt der Bahnsprecher. Vielmehr handle es sich um einen Schaltraum und Leitungen, die für den Betrieb des Bahnhofs wichtig seien.<P>Der Mietvertrag mit der DB Netz AG laufe bis 2010, berichtet Schüttke. Ein Übergangsquartier für vier Jahre zu schaffen, sei unwirtschaftlich. "Wir sind bestrebt, in der Zwischenzeit eine Lösung zu finden", erklärt der Sprecher. Bislang zeichne sich aber keine ab. Es sei ein Fehler gewesen, bereits jemanden mit dem Vertrieb der Fläche zu beauftragen. Schüttke: "Den Vorwurf müssen wir auf uns sitzen lassen."<P>"Kein rühmliches Beispiel für Entscheidungsfreude" <P>Wolfgang Gröbl, der bereits Interessenten gewonnen hatte, macht aus seinem Ärger keinen Hehl. "Man hat mir immer wieder einen neuen Zeitrahmen gegeben." Die Angelegenheit gebe sicher "kein rühmliches Beispiel für Entscheidungsfreude" ab.<P>Inzwischen hat Gröbl einen vorläufigen Schlussstrich unter seine jahrelangen Bemühungen gezogen. Er werde erst wieder nach der offiziellen Freigabe des Grundstücks durch die Bahn tätig, kündigt der Makler an: "Wir setzen uns wieder zusammen, wenn es einen Sinn macht." <P>

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