Bahn-Tunnel bohrt sich durchs Herz der Grünen

- Die Debatte um den zweiten Stammstreckentunnel für die S-Bahn verschärft sich. Nachdem bereits der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge massive Kritik an dem Milliardenprojekt geäußert hatte (wir berichteten), ist nun auch unter den Münchner Grünen die Diskussion über das Für und Wider entbrannt. Der Riss zieht sich durch die Rathausfraktion. Stadtrat Boris Schwartz will das Projekt vorangetrieben sehen, Stadtrat Jens Mühlhaus fordert indes einen Planungsstopp.<BR>

Gestern Abend sollte die Stadtversammlung über den wegweisenden Beschluss beraten. Ein Ergebnis stand zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest. Grünen-Chef Florian Roth erhoffte sich - unabhängig vom Ausgang - "mehr Sensibiltät bei der Planung".

Noch am Vormittag hatten drei private Verkehrsexperten, die sich zu einem "Arbeitskreis zur Zukunft der S-Bahn München" zusammengeschlossen hatten, vor der Grünen-Fraktion ihre Bedenken gegen das Vorhaben vorgetragen. Sie kritisierten, dass auf der neuen Stammstrecke nur zwei Haltestellen vorgesehen seien. Fahrgäste müssten deshalb häufiger umsteigen. Um die Strecke tatsächlich für den Zehn-Minuten-Takt zu ertüchtigen, müssten erst die Außenäste der S-Bahn ausgebaut werden. Diese seien bisher zum Teil nur eingleisig.

Kritik richtete der Arbeitskreis auch gegen die Bahn, die noch kein fertiges Betriebskonzept für die zweite Stammstrecke habe. Trotzdem laufe bereits das Planfeststellungsverfahren. "So kann man mit zwei Milliarden Euro Steuergeldern nicht umgehen", sagte Dietz-Ulrich Schwarz.

Vorschlag: Regionalzüge durch die Röhre schicken

Stadtrat Boris Schwartz warnte indes davor, die Planungen einzustellen. "Das schiebt das Vorhaben noch einmal um Jahre raus." Er sehe die Kritikpunkte am Tunnel in dieser Schärfe nicht. Sein Fraktionskollege Mühlhaus hatte hingegen erneut gefordert, als Alternative den Südring der Bahn zu prüfen.

Ganz anders die Gewerkschaft Transnet: Sie brachte ins Spiel, auf der zweiten Stammstrecke sowie auf dem Südring Regionalzüge fahren zu lassen. dadurch verbessere sich auch die Anbindung zum Flughafen. Auf den Transrapid könne man so verzichten.

Matthias Kristlbauer

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