Bairisch sprechen, und hochdeutsch schreiben

- VON MANUEL ESER Östlicher Landkreis - "Narrisch guad" und "richtig pfundig": So bewerteten die meisten Schulleiter im Landkreis die Initiative des bayerischen Kultusministeriums, den Dialekt im Unterricht stärker zu fördern. Die Direktoren betonten jedoch auch, dass die Mundart bei den Landkreisschülern ohnehin stark ausgeprägt sei.<BR>

<P>"Man darf schon hören, aus welcher Region der Schüler kommt", erklärte Alois Lehrhuber, Leiter der Hauptschule Dorfen. "Außerdem ist der Dialekt farbiger als das Schriftdeutsch." Es sei wichtig, den Schüler so zu nehmen, wie er spreche. "Respekt vor einer Persönlichkeit bedeutet auch Respekt vor ihrem Dialekt."<P>Auch Gertrud Brunnhuber, Rektorin an der Teilhauptschule Lengdorf sieht die Förderung der Mundart positiv. Denn diese käme der Sprache zu Gute. "Der Dialekt bereichert sie mit seiner Begriffsvielfalt", betonte sie. Wer Schriftdeutsch und Dialekt spreche, der beherrsche eineinhalb Sprachen und lerne auch, Übersetzungsarbeit zu leisten. <P>Franz Finger, Leiter der Grund- und Teilhauptschule St. Wolfgang, glaubt ebenfalls an positive Effekte der Dialekt-Förderung. Er verwies auf wissenschaftliche Ergebnisse, wonach sich beim Erwerb von Fremdsprachen zusätzliche Synapsen im Gehirn bildeten.<P>Anton Kremser, Leiter der Grund- und Hauptschule Isen, hält die Initiative auf dem Land hingegen für unnötig: "Bei uns ist der Dialekt stark verankert. Da mache ich mir keine Sorge, dass er hier untergeht." Für ihn stelle sich eher die Frage, wie viel Dialekt man bei den Schülern zulasse.<P>"Im Berufsleben können Schüler nicht im ganz platten Dialekt sprechen." Realschul-Direktor Frank Höhne <P>Ähnlich sieht es Taufkirchens Realschul-Leiter Frank Höhne. Bei seinen Schülern müssten umgekehrte Anstrengungen unternommen werden. "Der Dialekt sitzt. Bei uns muss die Hochsprache gefördert werden", erklärte er. "Wir wollen den Dialekt nicht austreiben, aber im Berufsleben können die Schüler auch nicht im platten Dialekt sprechen."<P>Besondere Aktionen wie eine Dialekt-Projektwoche sind daher weder in Taufkirchen noch bei anderen Landkreis-Schulen geplant. Die Rektoren wollen die Mundart vor allem in der Auseinandersetzung mit bairischen Gedichten und Liedern fördern. Wichtig sei es, so Lehrhuber, Dialekt und Hochdeutsch als selbstständige Sprachen zu begreifen und nicht zu verquicken. Seine Prämisse: "Bairisch sprechen, hochdeutsch schreiben, beides beherrschen."<P>

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