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Bald Funkstille in Oberlaindern ? IBB-Gegner kurz vor dem Ziel

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- Vorsichtiger Optimismus bei Verein Sender-Freies-Oberland

VON STEPHAN KIPPES Unterdarching - "Herzlich willkommen zur hoffentlich letzten Jahreshauptversammlung", begrüßte der Vorsitzende der Bürgerinitiative Sender-Freies-Oberland, Georg Paul, am Montagabend die Mitglieder im Gasthof Kirchenwirt in Unterdarching. Das Ende für den IBB-Sender in Oberlaindern naht. Daran zweifelt Georg Paul nicht, selbst "wenn der 31. Dezember 2003 nicht genau stimmen sollte".

So recht können es viele Sender-Gegner noch nicht glauben: Der lange Kampf gegen den IBB-Sender soll laut Valleys Bürgermeister Josef Huber am 31. Dezember gewonnen sein. "Die Freude in unseren Herzen bricht allmählich durch", sagte Paul. Mit dem Feiern aber möchte er warten, "bis der Sender abgeschaltet ist".

Der Vorschlag, eine Feier an Silvester zu planen, stieß auf Skepsis. Man solle das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt sei, hieß es aus dem Publikum. Roland Klebe, Grünen-Kreisrat und Mitglied der Initiative, hatte vom Auswärtigen Amt keine Bestätigung für den Sende-Schluss am 31. Dezember erhalten. Klebe mahnte, die Amerikaner nicht mit vorschnellen öffentlichen Äußerungen zu "brüskieren". Das Aus für den Sender wäre auch ihrem Entgegenkommen zu verdanken.

Valleys Zweiter Bürgermeister, Karl Stemmler, schilderte den Stand der Verhandlungen über das Sender-Areal. Die Transaktion zwischen der Gemeinde und der Bundesvermögensverwaltung sei praktisch abgeschlossen und damit die Voraussetzung für Funkstille in Oberlaindern geschaffen. Sollte es am 22. Dezember zu einem Vertragsabschluss über den Kauf des Areals und danach zu einer notariellen Beurkundung kommen, dann "könnte es sein, dass der Sender am 31. Dezember abgeschaltet wird", so Stemmler. Über den Termin habe die Gemeinde bisher jedoch weder von den Amerikanern noch von der Staatsregierung eine Zusage. Nur ein Golfplatz könne auf dem Gelände entstehen. Im Falle eines Gewerbegebietes würde der Grundstückspreis unerschwingliche Höhen erreichen. Wichtig sei, dass im Vertrag der Kauf des Areals an das Ende des Sendebetriebs gebunden werde.

Stemmler wünschte Georg Paul, seinem Stellvertreter Erich Halser, Kassiererin Helga Marth und Schriftführerin Hedi Floßmann eine kurze Amtszeit. Ob der Verein Sender-Freies-Oberland sich mit dem Fall des Senders auflöst, ob sich aus seinem Kreis eine neue Gemeinschaft formt, die sich der Folgen von Mobilfunkstrahlen annimmt oder ob dafür das gute Image und die Erfahrung des Vereins genutzt werden sollen, entscheiden die Mitglieder bei einer außerordentlichen Versammlung. An vorderster Front möchte Georg Paul dann nicht mehr stehen.

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