Tom Pföderl hat sich für „König“ Fußball anstatt dem Skifahren entschieden.
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Tom Pföderl hat sich für „König“ Fußball anstatt dem Skifahren entschieden.

Die Pföderls aus Heilbrunn sind eine Skifahrer-Familie – Tom kickt in der Landesliga

Tom Pföderl: Kicken in der Landesliga mit dem SV Bad Heilbrunn statt FIS-Rennen

  • VonEwald Scheitterer
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Tom Pföderl war in seiner Jugend auch ein begnadeter Skifahrer. Heute spielt er allerdings mit dem SV Bad Heilbrunn lieber in der Landesliga Fußball.

Bad Heilbrunn – Die Pföderls aus dem Heilbrunner Ortsteil Kiensee sind eine Skifahrer-Familie. Sowohl Papa Michael und Mama Christine als auch die fünf Geschwister Michael, Barbara, Maria, Thomas und Klausi sind begeisterte Anhänger der „zwoa Brettl“. Während bei den beiden älteren, Michael und Barbara, die alpine Karriere nach den Schülerrennen zu Ende war, wollten es die drei jüngeren weiter wissen und wechselten wegen der besseren Trainingsbedingungen zum SC Lenggries.

Maria war die nächste, die das Handtuch warf: Für Wettbewerbe auf internationaler Ebene hatte es knapp nicht gereicht.

Tom Pföderl entscheidet sich für „König Fußball“ - Landesliga mit dem SV Bad Heilbrunn

Tom und der ein Jahr jüngere Klausi hingegen hatten sich beide sowohl dem Fußball beim SV Bad Heilbrunn als auch dem Skirennsport verschrieben. „Ich bin zwei Jahre sogar FIS-Rennen gefahren. Doch dann musste ich einsehen, dass es da für mich nicht reicht, um entscheidend weiterzukommen“, erklärt der heute 24-jährige Tom Pföderl. So hatte er bei diversen Rennen, die die Brüder gemeinsam bestritten, erkannt, „dass Klausi meistens der Schnellere von uns beiden war“. Dazu kam bei ihm ein gewisser Zeitmangel, als er bei den HSV-Kickern in den Herrenbereich aufgestiegen war und zudem eine Ausbildung als Mechatroniker in Anlagentechnik absolvierte. Von da an war König Fußball sein bevorzugtes Metier, das ihn mittlerweile sogar bis in die Landesliga geführt hat. „Bis zu den A-Junioren habe ich auch noch in Heilbrunn Fußball gespielt“, berichtet Klausi Pföderl, der heute als Technik-Spezialist zur Europacup-Mannschaft des Deutschen Skiverbands (DSV) zählt. In den Schülerjahren seien die beiden Sportarten noch gut unter einen Hut zu bringen gewesen: „Je weiter es in Richtung Erwachsenenbereich geht, desto schwieriger wird es zwei Sportarten auf hohem Niveau durchzuziehen. Außerdem wurde mir die Verletzungsgefahr im Fußball zu groß.“

„Bei einem größeren Hallenturnier konnte ich nur bis zum Halbfinale mitkicken.“

Klausi Pföderl über die Schwierigkeit zwei Sportarten unter einen Hut zu bringen

Bereits im Jugendbereich war es nicht einfach, beiden Sportarten parallel nachzukommen, erinnert sich Klausi Pföderl: „Bei einem größeren Hallenturnier konnte ich nur bis zum Halbfinale mitkicken. Als das Finale angepfiffen wurde, stand ich bereits wieder auf dem Rennhang.“ Auch war bei ihm die Erkenntnis gereift, dass er für den Fußball nicht unbedingt das Talent seines Bruders hatte: „Mit dem Skifahren habe ich nichts verkehrt gemacht. Wenn ich sehe, was ich durch den Skisport schon alles in Europa kennen gelernt habe, möchte ich das nicht missen.“ Gelernt hat er den Beruf des Maurers im elterlichen Betrieb. Doch auch da gibt er zu: „Wenn es nicht die Firma meines Papas gewesen wäre, hätte es zeitlich nicht geklappt, die Ausbildung durchzuziehen.“

Noch ein Semester steht derweilen vor Tom Pföderl bei seinem Elektrotechnik-Studium: „Dann habe ich hoffentlich meinen Bachelor in der Tasche.“ Relativ offen ist er mit seiner beruflichen Zukunft: „Wenn sich eine interessante Arbeitsstelle auftut, wäre es nicht schlecht. Ansonsten habe ich die Möglichkeit, mit dem Studium weiter zu machen.“

„Ich fühle mich auf beiden Positionen gleichermaßen wohl.“

Tom Pföderl über seine Lieblingsposition

Auch in Sachen Fußball ging zuletzt nicht viel: „Da war ich halt oft beim Joggen. Meist mit Bene Specker.“ Am liebsten spielt der 24-Jährige defensiv – zentral als Sechser oder auch als Innenverteidiger: „Ich fühle mich auf beiden Positionen gleichermaßen wohl.“ Tom Pföderl hat mit den Heilbrunner Kickern, den gesamten rasanten Aufschwung der letzten Jahre miterlebt, von der Kreisklasse bis aktuell in die Landesliga. Als wesentlichen Unterschied hat er dabei erkannt: „Mit jedem Aufstieg ging alles immer ein wenig schneller.“ Während man etwa in der Bezirksliga noch bei diversen Gegnern häufig auf zahlreiche ältere Ex-Profis getroffen ist, sehe das jetzt in der Landesliga ganz anders aus: „Da trifft man häufig auf junge, hungrige Mannschaften, die alle eine erstklassige fußballerische Ausbildung aufweisen.“

SV Bad Heilbrunn: Nach Saisonabbruch folgt zweites Jahr in der Landesliga

Nach dem jüngst beschlossenen Saisonabbruch können sich die Heilbrunner jetzt sogar auf ihre zweite Landesliga-Saison vorbereiten. „Schöner ware es zwar gewesen, wenn wir den Klassenerhalt auf dem Fußballplatz geschafft hätten, aber noch ein Jahr Landesliga spielen zu dürfen, ist auch so toll. Da freut sich die gesamte Mannschaft drauf.“

Klausi Pföderl freut sich vor allem, dass er für den kommenden Winter seinen DSV-Kaderstatus behalten hat und damit erneut zur deutschen Europacup-Mannschaft zählt. Insgesamt ist er zuversichtlich, dass er es auch in den Weltcup schaffen wird: „Wenn ich verletzungsfrei bleibe und in den Rennen meine Trainingsleistungen abrufen kann, könnte es in den kommenden zwei Jahren auch zu einigen Weltcup-Einsätzen reichen.“ Insgesamt will er sich dabei auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom konzentrieren. „Speed-Rennen machen mir zwar auch Spaß, aber heutzutage gibt es immer weniger Allrounder. Man muss sich auf eine Spezialdisziplin konzentrieren, um weiter nach vorne zu kommen.“ Insgesamt brennen die Pföderl-Brüdern aber nach wie vor für beide Sportarten:. So ist Klausi stets bei Heimspielen auf der Heilbrunner Zuschauertribüne zu finden und Tom verdingt sich im Winter gerne als Skilehrer in der Lenggrieser Skischule von Michi Gerg.

(Ewald Scheitterer)

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