Glücklich: Semira Reiser (re.) vom TSV Weilheim belegte im Hochsprung der W 15 Rang drei.

leichtathletik: bayerische hallenmeisterschaften

Nick Jäger holt Silber und erfüllt DM-Norm

Landkreis – Zahlreiche vordere Plätze erreichten die Leichtathleten aus dem Altlandkreis Weilheim bei der Bayerischen in München und Fürth.

TSV Penzberg

Nick Jäger setzte aus Penzberger Sicht das Glanzlicht: In Fürth gewann er Silber über 3000 Meter in der Altersklasse U 18. Mit 9:06,19 Minuten musste er sich nur Florian Bremm (TV Leutershausen) geschlagen geben. Zudem qualifizierte sich der 16-jährige Penzberger mit dieser Zeit für die deutschen Jugend-Meisterschaften. Jäger hatte das ganze Rennen über für das Tempo gesorgt und war bis eingangs der letzten Runde in Führung. Als dann aber sein Konkurrent 200 Meter vor dem Ziel an Jäger vorbeizog, konnte der Penzberger nicht mehr folgen. Nachdem Jäger den ersten Kilometer in 3:10 Minuten gelaufen war, erhöhte er das Tempo, schließlich wollte er unter 9:10 Minuten bleiben. Diese Zeit ist nötig, um sich für die deutschen Jugend-Meisterschaften zu qualifizieren. Und dieser Plan sollte aufgehen. Für Jäger bedeutete seine Zeit eine Verbesserung um fast zehn Sekunden.

Zwei Medaillen holte der Penzberger Max Satter.

Eine weitere Medaille holte die 4 x 400-Meter-Staffel der Männer mit Matthias Bauer, Andreas Kölbl, Max Satter und Michael Speinle. Mit 3:34,57 Minuten gewann das TSV-Quartett Bronze und musste sich im Kampf um Platz zwei nur ganz knapp der Staffel der LG Stadtwerke München (3:33,43) geschlagen geben. Schlussläufer Speinle hatte das Staffelholz mit fast 50 Metern Vorsprung auf die Münchener Staffel erhalten. Doch der 21-jährige Penzberger, der spontan eingesprungen war und eigentlich ein Langstreckenspezialist ist, hatte auf den letzten 50 Metern gegen Benedikt Wiesend keine Chance. Der Münchener 400-Meter-Spezialist gehört zu den sechs besten deutschen Läufern über diese Strecke und war am Vortag souverän bayerischer Meister über diese Distanz geworden.

Max Satter durfte sich über eine überraschende Bronzemedaille über 400 Meter bei der U 20 freuen (53,29 Sekunden). Der 17-Jährige setzte sich in der Münchner Werner-von-Linde-Halle im direkten Duell mit Jakob Rüchardt (LC Buchendorf) durch, den er im Ziel um fast eine halbe Sekunde distanziert hatte. Jeweils knapp eine Medaille verfehlten Andreas Kölbl, Dominik Thalbauer und Luk Jäger. Während Kölbl (21) in Fürth Rang drei über 60 Meter Hürden (8,81) um 0,06 Sekunden verpasste, fehlten Thalbauer (18) in München 13 Zentimeter im Dreisprung zur Medaille. Die ersten drei Sprünge von Thalbauer waren ungültig, erst im letzten von sechs Versuchen konnte er mit 12,49 Metern „halbwegs überzeugen“, so TSV-Sprecher Markus Brennauer. Deutlich zufriedener war hingegen Luk Jäger, der über 3000 Meter in 10:14,43 Minuten eine neue Bestleistung lief. Der 13-jährige Penzberger startete beim älteren Jahrgang 2001 und hielt bis eingangs der letzten Runde mit dem Führungstrio mit. Im Schlussspurt zogen die durchwegs älteren Konkurrenten jedoch vorbei, „was ihn angesichts seiner tollen Zeit aber nicht allzu sehr störte“, so Brennauer.

Nicht zufrieden war Albin Pestisha, der in Fürth mit 5,88 Metern Siebter wurde und in München mit 6,28 Metern immerhin den fünften Platz bei der U 20 belegte. Wäre er diese Weite in Fürth gesprungen, wäre er in der Altersklasse U 18 bayerischer Vizemeister geworden. Für Matthias Bauer war in Fürth über 200 Meter nach dem Vorlauf Endstation (23,41 Sekunden).

TSV Weilheim

Eine „konzentrierte Leistung bei jedem einzelnen Sprung“ zeigte Semira Reiser laut ihrer Trainer Sabine Sosenberg in der Münchener Werner-von-Linde-Halle. Der Lohn war die Bronzemedaille für die Weilheimer Nachwuchs-Athletin im Hochsprung der Altersklasse W 15. Bis 1,56 Meter hatte Reiser noch keinen Fehlversuch und lag damit zunächst an der Spitze. Bei 1,59 Meter scheiterte sie dreimal knapp und musste Luisa Fischer (TV Bad Kötzting ) und Ann-Sophie Stamm (LG Hof) vorbeiziehen lassen. Die 1,56 Meter hatten neben Reiser auch Lisa Sirch (VfL Buchloe) und Sydney Hollering (LG Fichtelgebirge) übersprungen. Da die Weilheimerin aber die wenigsten Fehlversuche hatte, gewann sie Bronze. „Eine tolle Leistung, Semira ist ja noch in der W 14“ lobte Trainerin Osenberg. Zuvor hatte Reiser bereits den 60-Meter-Hürdenlauf absolviert. Nach 9,86 Sekunden überquerte die 13-Jährige die Ziellinie und verbesserte damit ihre persönliche Bestzeit um 62 Hundertstelsekunden. Platz 16 in der W 15 war „ebenfalls ein erfreuliches Resultat“, so Osenberg, da Reiser beim Hallentraining „nur sehr begrenzt Gelegenheit hatte, an ihrer Hürdentechnik zu feilen“, so die TSV-Trainerin.

TSV Peißenberg

Über 60 Meter war für Katharina Vogl (8,30 Sekunden) und Franziska Aderbauer (8,58) bei den U 18-Bewerben in Fürth bereits nach den Vorläufen Schluss. Vogl schied aber denkbar knapp aus: Wäre sie zwei Hundertstelsekunden schneller gewesen, wäre sie im Zwischenlauf dabeigewesen.

Richtig spannend war das Finale der besten Acht im Weitsprung, das Vogl mit 5,14 Metern als viertbeste Springerin erreicht hatte. Am Ende rangierten Vogl sowie Louise Wieland (LG Stadtwerke München) mit jeweils 5,27 Metern auf Rang drei. Jetzt musste die jeweils zweitbeste Weite entscheiden, wer Bronze bekommen würde – und da hatte Vogl (5,07) gegenüber Wieland (5,20) das Nachsehen und musste sich mit Rang vier begnügen.

Franziska Aderbauer verpasste am zweiten Wettkampftag über 60 Meter Hürden nach einem nicht gelungenem Start mit einer Zeit von 10,04 Sekunden den Finallauf. Aderbauer trat noch in einer weiteren Konkurrenz an: Über 200 Meter belegte sie „in einem sehr mutigen Rennen nach hervorragendem Start“, so Trainer Frank Osenberg, in persönlicher Bestzeit von 28,91 Sekunden Rang 14.

Stefan Schnürer

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