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Bayerns bester Anschieber ist Florian Bauer - der Nachwuchs präsentiert sich vielversprechend

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Von: Katharina Brumbauer

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BRC Ohlstadt
Volle Kraft voraus: Das für den BRC Ohlstadt startende Team mit Florian Bauer (in gelb), Dennis Pihale, Lukas Frytz (in schwarz), Christoph Gaisreiter (vorne) und Dennis Pihale (verdeckt) wurde Zweiter im Viererbob.  © Oliver Rabuser

Bereits zum dritten Mal fand auf der Anschubbahn in Ohlstadt die Bayerische Anschubmeisterschaft statt. In diesem Jahr war ein Olympischer Silbermedaillengewinner mit von der Partie: Florian Bauer. Der Wettbewerb am Boschet brachte aber auch die ein oder anderen Talente hervor: „Da ist auf jeden Fall Potenzial.“

Ohlstadt – Zum Schluss wollten sie noch mal alles raushauen. Im ersten Durchgang des Viererwettbewerbs bei der Bayerischen Meisterschaft im Bobanschub hatte das für den gastgebenden Bob- und Rodelclub Ohlstadt (BRCO) startende Team mit Christoph Gaisreiter, Lukas Frytz, Dennis Pihale und dem zweifachen Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Florian Bauer eine Anschubzeit von 5,05 Sekunden hingelegt. „Wir wollen im zweiten Lauf unter fünf Sekunden bleiben“, erklärte Bauer. „Jetzt zieht der Goasi (Gaisreiter, Anm. d. Red.) die Schuhe mit Spikes an, dann klappt das.“ Und tatsächlich: Eine Zeit von 4,92 Sekunden stand nach dem zweiten Schub auf der Anzeigentafel. Rang Zwei hinter dem siegreichen Team Laurin Zern, Markus Kosok (WSV Königssee) und Tom Feldhäuser (BRCO), die ebenfalls mit Bauer antraten. „Das wird jetzt ein paar Tage lang wehtun, aber das hat sich gelohnt“, sagte Gaisreiter. „Hat Spaß gemacht“, befand auch Bauer.

Das ist ein echtes Highlight gewesen

Dennis Pihale, Bayerischer Meister im Zweierbob-Anschub

Der Anschieber von Johannes Lochner, der von den Olympischen Winterspielen in Peking zwei Medaillen mit nach Hause gebracht hatte, war bereits im Zweier mit seinem Freund aus Leichtathletik-Zeiten, Dennis Pihale, angetreten. Schon der erste Start geriet so explosiv, dass der altehrwürdige BRCO-Bob, mit dem geschoben wurde, untersucht und der Wettbewerb unterbrochen werden musste. Bauer und Pihale, die einst ihre ersten Anschübe und regelmäßigen Sommertrainings an der Bahn in Ohlstadt absolviert hatten, waren in einer eigenen Liga unterwegs. Über zwei Zehntel Vorsprung hatten sie am Ende auf die Zweitplatzierten Zern und Kosok. Dementsprechend glücklich stimmte sie ihre Leistung. „Ich bin seit zwei Jahren nicht mehr in einem Bob gesessen“, sagte Pihale, der seine Bob-Karriere, die ihn als Pilot in den Europacup führte, schon beendet hat. „Vor zwei Wochen hat mich der Flo gefragt, ob wir hier zusammen starten.“ Dass er dem zustimmte, sollte Pihale mit dem zweiten Platz im Vierer und dem Bayerischen Meistertitel im Zweier, nicht bereuen. „Das ist ein richtiges Highlight gewesen.“

Neuer Nachwuchs für den Bobsport

Zufrieden und erschöpft zeigte sich Bauer nach der Siegerehrung: „Ich bin jetzt schon ganz schön platt.“ Bei der Anschubmeisterschaft ist viel Spaß dabei, gerade wenn der Gastgeber das 40-jährige Bestehen der Anschubbahn feiert. Die Teilnehmer sahen aber auch die strategische Bedeutung der Veranstaltung für die Nachwuchsarbeit. „Wir brauchen solche Events, um Talente für den Bobsport zu begeistern“, betonte Tobias Dostthaler, der WSV-Athlet und Nachwuchshoffnung im deutschen Bobverband. 2021 hatte er noch den Titel im Zweier und Vierer geholt.

BRC Ohlstadt
Erstmals im Bob, schon Vizemeisterin: (v.l.) Nicola Bilsing muss sich nur Saskia Meidinger geschlagen geben. Auf Rang drei folgt Lydia Müller. © Oliver Rabuser

Eine von Dostthalers beschworenen Talenten ist Nicola Bilsing. Die 25-Jährige, die an der Sportschule Fürstenfeldbruck Kraftsport trainiert, ist die neue Bayerische Vizemeisterin im Monobob-Anschub. Gemeinsam mit der Titelträgerin in dieser Klasse, Saskia Meidinger, entschied sie die Zweier-Wertung für sich. „Wir haben eigentlich ganz kurzfristig und spontan entschieden, dass wir mitmachen“, erzählte Bilsing. „Ich bin noch nie in einem Bob gesessen.“ Ihre Kraft, die sie auch schon bei den Highland Games unter Beweis gestellt hat, kam ihr bei ihren Schüben zugute. Obwohl sie seit vergangenen Herbst mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat und nicht volles Risiko gehen konnte, war sie zufrieden mit ihrem Auftritt am Boschet: „Dabei sein ist alles.“

BRC Ohlstadt
Künftig öfters im Bob? Thomas Kerschberger siegt in der Neueinsteiger-Wertung vor Fabian Krnajak (l.) und Sebastian Beck. © Oliver Rabuser

Das dachte sich auch eine Skifahrergruppe des DSV, die antrat. „Die haben einen tollen Job gemacht“, befand Gaisreiter. Mit selbigen Worten lobte der BRCO-Vorsitzende sein Organisationsteam. Vom gelungenen Ablauf der Meisterschaften begeistert zeigte sich auch Stephan Bosch, Landestrainer beim Bayerischen Bob- und Schlittenverband (BBSV): „Wir haben genau das erreicht, was wir wollten. Ein paar Kontakte haben wir knüpfen können, mit Leuten, die gesagt haben, sie wollen mal beim Training vorbei schauen.“ Eine von ihnen ist Bilsing. Weitere sind vielleicht Thomas Kerschberger, Fabian Krnajak und Sebastian Beck, die die Plätze eins bis drei in der Neueinsteiger-Wertung belegten. „Da ist auf jeden Fall Potenzial“, betonte Bauer. „Ich denke, dass der ein oder andere den Weg zum Bobsport finden wird.“

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