"Befragt man 100 Personen, erhält man 99 Meinungen"

- VON NADJA HOFFMANN Penzberg - Bänke mit und ohne Lehne, kurze und lange Lampen, mal mit einem Strahler, mal mit zwei. Nicht nur im Stadtrat wird eifrig über die Ausstellungsmöbel diskutiert, die derzeit gegenüber der Christkönigkirche stehen. Auch die Passanten auf der Straße interessiert, wie die Penzberger Innenstadt möbliert werden soll. Diese Zeitung befragte Bürger zu ihrer Meinung.<BR>

<P>Aufgefallen sind die Lampen und Bänke dem Penzberger Karl Koob schon. Probegesessen ist er aber nicht - dazu sei der Zeitpunkt der Ausstellung mitten im Winter zu unpassend. Angesichts des anstehenden Treffens der Kommunalpolitiker mit Bürgern am Ausstellungspark hat Karl Koob eine deutliche Ansicht: "Man sollte nicht zu viele fragen. Wenn sie 100 Personen befragen, bekommen sie 99 Meinungen."<P>Ihm sei wichtig, dass gerade die Bänke stabil sind. "Sonst sind sie gleich wieder kaputt." Sein Favorit unter den Sitzgelegenheiten ist jene Bank, die recht breit ist und nur in der Mitte eine Rückenlehne hat.<P>Für genau diese würden sich auch Claudia Gruber und Veronika Wohlfart entscheiden. Die beiden 16- und 15-jährigen Penzbergerinnen finden die Möbel generell "ganz okay". Ihnen gefällt, dass die Bänke und Lampen nicht mehr langweilig aussehen, sondern eher modern.<P>Zum größten Teil "ungemütlich" wirken die Ausstellungsstücke hingegen auf Ute Kühn-Sczepanski. "Wenn man sich ausruhen will, will man sich auch anlehnen", sagt die Penzbergerin. Sie befürchtet ähnlich wie Karl Koob, dass die Diskussion jedoch leicht ins Unendliche führt: "Man kann alles zerreden."<P>Gänzliches Unverständnis für die Diskussion hat Michael Weininger. Er ist gerade von Iffeldorf nach Penzberg gezogen, ist aber ursprünglich aus Regensburg. Jemand, der wie er aus einer größeren Stadt kommt, versteht nicht, warum man sich so über Kleinigkeiten aufrege. "Das, was da ausgestellt wird, finde ich überhaupt nicht tragisch", sagt der 42-Jährige. In Penzberg müsse noch viel mehr in Angriff genommen werden - beispielsweise die hohe Verkehrsbelastung.<P>Dass Penzberg "wenig Schönes" hat, findet Severin Flugel. Der 28-Jährigen gefallen die moderneren Möbel und die Lichtinstallationen. "Das gibt Großstadt-Flair." Dass nun auch der Kirchturm beleuchtet wird, findet die Penzbergerin in Ordnung. Die Kirchen würden ja auch "in jeder anderen Stadt beleuchtet".<P>Ähnlich sieht es Karl Koob, der den bestrahlten Turm einfach "schön" findet. Einwände hat hingegen Michael Weininger: "Bei den stetig steigenden Energie-kosten, sollte man sich das schon genau überlegen." Es wäre besser, sich auf wichtigere Sachen zu konzentrieren. "Penzberg hat noch so viel Potenzial."<P>Mitdiskutieren können die Penzberger auch, wenn sich die Stadträte, wie berichtet, am Freitag, 3. Februar, ab 17.30 Uhr gegenüber der Christkönigkirche treffen.<P>

Auch interessant

Kommentare