CSU: Nächste Wahlaffäre steht schon bevor

- Mitglieder der JU eingeschleust?

VON MATTHIAS KRISTLBAUER Die Wahlmanipulationen in der Münchner CSU nehmen offenbar selbst nach der Perlacher Affäre kein Ende. Mitglieder der Jungen Union (JU) in Hadern und Laim fürchten, dass bei der heutigen Wahl ihres Vorstandes im Kreisverband 5 mit eingeschleusten Mitgliedern Mehrheiten für den Vorsitzenden Marcus Choynacki geschaffen werden könnten. Schon bei dessen Wahl vor zwei Jahren war es zum Eklat gekommen.

Choynacki, 2001 noch Ortsvorsitzender in Nymphenburg, waren damals unerwartet zahlreiche Neumitglieder seines Ortsverbands zu Hilfe gekommen. Sein Gegner Gustl Thum unterlag mit 43 zu 64 Stimmen und verließ anschließend mit seinen Anhängern aus Hadern und Laim den Saal. Dabei war die Mehrheitsbeschaffung mit Hilfe von eingeschleustem "Stimmvieh" schon damals nicht neu - und verstößt auch nicht gegen die JU-eigeneSatzung. Denn ihre Mitglieder müssen nicht dort wohnen, wo sie im Ortsverband eingebunden sind.

Heute könnte sich Choynacki auf die gleiche Weise wie 2001 durchsetzen - fürchtet zumindest Ex-Gegner Gustl Thum. Hinzu komme, dass Choynacki und der Nymphenburger Ortsvorsitzende Nick Sager den Wahltermin bewusst gewählt hätten. Denn die JU-Mitglieder aus Hadern müssten am selben Abend an ihrer Kreisdelegiertenwahl teilnehmen, könnten also nicht erscheinen, sagt Thum. Einen Gegenkandidaten werde es nicht geben. "Die Wahl hat ihren Sinn verloren", schimpft Daniel Romahn, JU-Ortsvorsitzender in Laim. Sein Verband werde aus Protest nur zwei Repräsentanten schicken.

"Es ist traurig, wie hier bereits junge Menschen verantwortungslos das Gesamtbild der Volkspartei in der Öffentlichkeit beschädigen", erklärt Thum. Schuld an der Misere habe auch der JU-Bezirksvorsitzende Rasso Graber, der dem Ortsverband Hadern nur "offene Antipathie" entgegen bringe.

Graber, dessen Name immer wieder in Zusammenhang mit den verdeckten Mitgliederaufnahmen in Perlach genannt wird, wies die Vorwürfe zurück. "Ich versuche, mit jedem Verband ein gutes Verhältnis zu haben." Es sei aber richtig, dass der JU-Verband Nymphenburg "in letzter Zeit viele Leute aufgenommen" habe. Auch Kandidat Choynacki gab sich gelassen. "Vorwürfe gibt`s immer." Allerdings sei auch bei der letzten Wahl "alles satzungsgemäß" abgelaufen.

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