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CSU-Spitze: Mit Zimmermann droht Niederlage

- Abgeordneter von Basis gestützt

VON MATTHIAS KRISTLBAUER Der CSU-interne Streit um den Landtagsabgeordneten Thomas Zimmermann spitzt sich zu. Weil ein Großteil der Delegierten hinter dem in eine Spendenaffäre verwickelten Politiker zu stehen scheint und diesen offenbar am Montag wieder für den Landtag nominieren will, hat die CSU-Führung vor den Konsequenzen gewarnt. Mit Zimmermann drohe das Direktmandat in Bogenhausen an die SPD verloren zu gehen.

Den ersten Aufstellungs-Termin hatte die CSU-Spitze kurzfristig abgesagt. Einen Tag davor wies das Parteipräsidium den Kreisverband an, die Nominierung aufzuschieben, weil in dessen Spendenaffäre Fragen offen seien.

Fast täglich waren im November neue Ungereimtheiten aus dem Kreisverband des Abgeordneten bekannt geworden. Meist ging es um Spenden, die Zimmermann zwar als Parteispende quittiert hatte, die aber an der CSU-Kasse vorbeiflossen. Allerdings konnte ihm auch der CSU-Revisor nicht nachweisen, dass er tatsächlich Parteispenden unterschlagen hatte. Wo 49 blanko unterschriebene Quittungen geblieben sind, konnte der Abgeordnete nicht klären.

In einem Brief an die Delegierten beteuerte Zimmermann noch einmal, dass die "Vorwürfe ausgeräumt" seien. Viele Parteigenossen sehen das ähnlich. "Ich habe an der Integrität Zimmermanns keine Zweifel", sagt Rupert Kiesl, CSU-Ortsvorsitzender in Daglfing. "Ich denke, dass er gewinnt." Auch Paul Reinhardt, Parteichef in Bogenhausen glaubt, "dass der Nominierung nichts im Wege steht". Selbst der Oberföhringer Vorsitzende Robert Brannekämper, der als Nachfolger des Abgeordneten gehandelt wurde, glaubt, "dass Zimmermann das Rennen macht".

Dabei hätten zahlreiche Politiker damit geliebäugelt, den Angeschlagenen zu beerben. Ihn herauszufordern hat aber nur Hans Wolfswinkler, Chef in Ortsverband Berg am Laim, gewagt. "Zimmermanns Glück ist, dass Wolfswinkler auch keiner mag", sagt ein Parteimitglied. Zimmermann sei "der kleinste gemeinsame Nenner", beschreibt es ein anderer Parteifreund.

Die CSU-Spitze beobachtet die Entwicklungen mit Argwohn. Es seien nur Teile der Affäre geklärt, ließ CSU-Generalsekretär Thomas Goppel wissen. Schon einmal hatte er damit gedroht, der Parteivorstand könne Einspruch gegen die Nominierung einlegen. Zimmermann glaubt, dass dies nicht der Fall sein wird.

Ohnehin hat die Parteiführung nur einmal eine Einspruchsmöglichkeit. Im nächsten Durchgang hätte die Basis freie Hand. Dort kommt die Einmischung von oben sowieso nicht gut an: "Das ist unsere Sache und nicht die der Parteispitze", grantelt Stadtrat Mario Schmidbauer.

Dort wird versucht, den Druck auf die Basis zu erhöhen. Mit Zimmermann könne das Direktmandat an den SPD-Kandidaten Hans-Ulrich Pfaffmann verloren gehen, heißt es. Auch das eine oder andere Mitglied an der Basis sieht das so. Denn Pfaffmann werde im Wahlkampf von Chef-Rhetoriker Ude unterstützt. Dieser würde die Vorfälle wohl nicht unkommentiert lassen, orakelt man. Ein CSU-Mann beschreibt es so: "Das wird kein Spaziergang für Zimmermann."

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