D-Day: Alois Glück am Grab seines Vaters

- München/La Cambe (dw) - Vom Tod seines Vaters hat Alois Glück nur in Etappen erfahren. Zuerst kam datiert auf den 21. Juli 1944 eine Vermisstenanzeige. 1947 meldete sich dann ein Militärpfarrer, der Aussagen eines Kriegskameraden über den Tod überbrachte. Die offizielle Todesmitteilung kam dann im August 1949. Demnach ist der damalige Wehrmachts-Obergefreite und Landwirt in Hörzing (Kreis Traunstein), Alois Glück, bei Kampfhandlungen nahe La Cambe am 7. Juni 1944 getötet worden - nur einen Tag nach Beginn der Invasion der Allierten.<BR>

An diesem Wochenende ist sein Sohn, der heutige Landtagspräsident Alois Glück, zusammen mit seiner Schwester Marianne an den Todesort seines Vaters zurückgekehrt. Er war schon öfter dort, aber noch nie in offizieller Mission.<P>Diesmal hält er auf Einladung der Deutschen Kriegsgräberfürsorge zum 60. Jahrestag der Invasion (D-Day) eine Rede auf dem deutschen Soldatenfriedhof La Cambe westlich von Le Havre unweit der Kanalküste. Er wird der Soldaten gedenken, die "in einer für sie undurchschaubaren und unentrinnbaren Kriegsmaschinerien sinnlos, verbrecherisch benutzt" worden seien. Und er wird seines Vaters gedenken, der wahrscheinlich durch den Bajonettstich eines Partisanen getötet wurde. Als einer von mehr als 21 000 Gefallenen liegt er in La Cambe begraben.<P>An seinen Vater hat Alois Glück übrigens "keine bewusste Erinnerung". 1944 war er erst vier Jahre alt. "Ich wuchs auf als einer von vielen Halbwaisen."<P>

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