Daniel Küblböck: Exklusiv! Oberstaatsanwalt nennt traurige Details zu Überwachungsvideo

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Bei Demonstrationen und Krawallen mitten drin

- 15 Jahre Unterstützungskommando in Dachau

Dachau (red) - Mehrere hundert Rechtsextreme und Neonazis führen eine Demonstration durch. Ihnen gegenüber stehen mehrere hundert Gegendemonstranten, normale Bürger, aber auch einige gewaltbereite Linksextreme. Plötzlich eskaliert die Situation: Beide Gruppen beginnen sich zu bewerfen und rennen aufeinander zu. Sofort laufen etwa 30 Polizeibeamte im grauen Einsatzoverall mit Schutzwesten und Helmen zwischen die Gruppierungen, trennen sie und verhindern eine Schlägerei. Die Situation ist unter Kontrolle. Beim Einschreiten sind aber zwei Beamte von Flaschen getroffen worden. Beweissicherungsbeamte mit Video- und Fotokameras dokumentieren die Aktionen der Angreifer und weisen die Zugriffskräfte an, welche Personen festzunehmen sind. Eine Situation, irgendwo in Bayern. Eine Situation, wie ihn das USK Dachau regelmäßig zu bewältigen hat.

132 Beamte

Die Abkürzung "USK" steht für "Unterstützungskommando" und bezeichnet bayerische Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, die Gewalttätigkeiten in Menschenmengen unterbinden und Straftäter festnehmen sollen. Beim USK, das nominell als 22. Hundertschaft der Bayerischen Bereitschaftspolizei geführt wird, leisten etwa 130 Männer und derzeit zwei Frauen ihren Dienst. Vor wenigen Tagen feierte das USK in Dachau Jubiläum: Denn das Unterstützungskommando wurde vor 15 Jahren gegründet.

Die Aufgabe der USK-Beamten ist es, sich schnell einem Konfliktherd zu nähern. Die körperliche Belastung ist hoch: Das Gewicht der Schutzausstattung samt Ausrüstung beträgt 12 Kilo. Deshalb werden die Polizisten besonders trainiert. Sie müssen jährlich ihre körperliche Leistungsfähigkeit nachweisen.

Tödliche Einsätze

Grund für die Aufstellung der USK vor 15 Jahren waren die Ausschreitungen an der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf und der Startbahn West in Frankfurt. Dort waren zwei Beamte einer hessischen Einsatzhundertschaft aus dem Hinterhalt erschossen und mehrere Beamte verwundet worden. Bayern entschloss sich daraufhin als erstes Bundesland, spezielle Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten aufzustellen. Trauriger Höhepunkt im Einsatzgeschehen waren die Kurdenkrawalle 1994 in Augsburg. Bei den schweren Ausschreitungen wurden 40 Prozent der Einsatzbeamten verletzt. Aufgrund der Beweissicherung konnten Strafverfahren gegen tausend Personen eingeleitet werden, die zu vielen Verurteilungen führten.

Seit dem Bestehen der Einheit hat sich die Bandbreite der Einsätze ständig erweitert. Bei Demonstrationen und Castor-Transporten wird das USK Dachau im gesamten Bundesgebiet eingesetzt. Ebenso gehören die Fahndung nach Gewalttätern und Sicherungsmaßnahmen bei Fußballspielen oder beim "Amoklauf" in Freising zum Aufgabenspektrum. Unterstützt werden auch Augsburger und Münchner Kollegen bei der Rauschgiftbekämpfung.

Grund zum Feiern hatten die Dachauer nicht nur wegen des Jubiläums: Beim bundesweiten Vergleichswettkampf der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten 2002 holten sich die Dachauer mit den USK-Kollegen aus Nürnberg und Würzburg den ersten Platz.

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