Ja, is denn heut` schon Ostern?

- Weilheim/Fürstenfeldbruck - Ostern ist im Haus von Edeltraud und Christian Hörter in Weilheim eigentlich das ganze Jahr über. Zumindest in jenen Regalen und Vitrinen, in denen das Ehepaar seine außergewöhnliche Sammlung aufbewahrt: Die Hörters sammeln Eierbecher, zusammengetragen haben sie mittlerweile mehrere tausend Stück aus verschiedensten Ländern der Erde. Aus drei Jahrhunderten stammen ihre Schätze, an die 1000 der außergewöhnlichsten Exponate haben die beiden nun dem Stadtmuseum in Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellt.<BR>

Begonnen hat alles vor über 20 Jahren mit zwei Erbstücken der Großmutter: Porzellaneierbecher mit blauem Zwiebelmuster und Goldrand, die an der Wanduhr stehen. Bald wurde ein lustiger Flohmarktfund als Kontrast hinzugestellt - ein Eierbecher auf Hühnerfüßen - und der Sammlergeist war geweckt. "Wir stöbern seither auf Flohmärkten, in Antiquitätenläden, im Ausland und im Internet, immer auf der Suche nach neuen Bechern." Mittlerweile ist ein Eierbecher aus Meissener Porzellan aus dem Jahr 1820 ältestes Stück. Auch nach Urlaubsreisen kommen immer wieder neue Schätze hinzu. So zum Beispiel jenes Stück, das das Ehepaar in Australien entdeckte: ein gelber Becher in Hasenform - am Boden die Aufschrift "made in Germany".<P>Das Sammeln sei zunächst vor allem die Leidenschaft seiner Frau gewesen, erzählt Christian Hörter, erst als der ehemalige Rektor der Realschule Weilheim 2001 in Pension ging, habe es auch ihn so richtig "gepackt". Und weil es in Deutschland bis dato keine Literatur über Eierbecher gab, hat das Ehepaar damit begonnen, die Geschichte dieser speziellen kleinen Gegenstände zu erforschen. Was dabei herauskam ist ein Buch mit dem Titel "Eierbecher - Streifzüge durch ein Kapitel Esskultur in Deutschland". Ein Buch mit über 1200 farbigen Abbildungen, in dem auf knapp 200 Seiten alles mögliche über Eierbecher zusammengefasst ist. "Auf unserer Spurensuche sind wir an die Porzellanfirmen herangetreten, die uns in ihren Archiven haben wühlen lassen", sagt Hörter.<P>Ein Teil dieser Spurensuche findet sich auch in der Ausstellung im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck wieder. So zum Beispiel die Beschreibung der ersten Eierbecher in Pompeji von vor 2000 Jahren. Porzellanliebhaber werden sich an kunstvoll verzierten Gestellen für sechs oder mehr Eierbecher, so genannte Menagen, erfreuen. Auch Stilgeschichte ist erfahrbar - vom Jugendstil über Formen der 20er-Jahre bis hin zu Plastik- und Kitschobjekten aus der Gegenwart. Staunen kann man zudem über seltene Eierbecher aus China und Japan sowie über Gedenkexemplare aus England, deren Aufdruck an die Krönung von König Edward VII. erinnert.<P>mb/uh<P>Ausstellung im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck: bis 10. April (Die-Sa 13-17 Uhr, So und Feiertag 11-17 Uhr), Gruppen nach Vereinbarung (Tel. 08141/61130 und 44046) Internet:<P>www.stadtmuseumffb.de<P>Buch "Eierbecher: Streifzüge durch ein Kapitel Esskultur in Deutschland, Berta-Verlag Weilheim, ISBN 3-934049-02-8<P>

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