Auch Spitzensportler suchen den Rat von Markus Friedrich (r.). Der Eittinger Fußballprofi Stefan Lex trainierte mit dem Personal Coach, als er beim FC Ingolstadt in der Bundesliga spielte.
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Auch Spitzensportler suchen den Rat von Markus Friedrich (r.). Der Eittinger Fußballprofi Stefan Lex trainierte mit dem Personal Coach, als er beim FC Ingolstadt in der Bundesliga spielte.

KREISLIGA

Der Eittinger Einmal-im-Jahr-Torwart

  • Dieter Priglmeir
    VonDieter Priglmeir
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Für den FC Eitting lässt Personal Trainer Markus Friedrich alles liegen und stehen.

Eitting – Nach dem Abpfiff stand Michael Stiller vor ihm und meinte nur: „Wärst lieber daheim geblieben.“ Vor acht Jahren wäre so ein Satz am Ende einer Partie für Markus Friedrich noch ein Problem gewesen. Damals war Stiller noch sein Trainer beim FC Eitting – inzwischen ist er das beim TSV Allershausen. Und Friedrich ist längst im Torwart-Ruhestand – wenn nicht wieder mal sein alter Spezl Markus Weber anruft.

So war das vergangene Woche wieder. Christoph Kressierer verletzt, Florian Ganslmeier privat verhindert – in Eitting herrschte Torwartnotstand. Also griff Weber zum Handy: „Friedl, wie schaut’s aus?“

Friedrich betreute schon Stefan Lex

Eigentlich hat der heute 34-Jährige für Fußball wenig Zeit. Er ist selbstständiger Personal Trainer – und da gut im Geschäft. „Problemlöser“, so sieht er seine Aufgabe. Er betreut Spitzensportler ebenso wie Leute, die es irgendwo zwickt. Stefan Lex, der Eittinger Fußballprofi – damals noch Bundesligaspieler in Ingolstadt – war schon bei ihm. Golfer schwören auf Friedrichs Programm gegen den sogenannten Yips, diese unwillkürlichen Muskelzuckungen während des Puttens, das er gemeinsam mit einem Arzt entwickelt hat. Kurzum: Es läuft. Der nächste Schritt wären feste Partnerschaften mit Leistungssportlern oder gar Vereinen. „Da ist es richtig schwer, da reinzukommen, aber wir arbeiten dran“, sagt Friedrich.

Für Fußball bleibt da überhaupt keine Zeit. Eigentlich. Aber schon letztes Jahr wurde er erstmal schwach. „Witzigerweise war auch damals der TSV Allershausen involviert“, erzählt Friedrich. Eittings etatmäßiger Keeper hatte nämlich gegen den TSV die Rote Karte gesehen. Eine Woche darauf stand Friedrich im Ligapokal gegen den TSV Wartenberg im Kasten. Und dann hielt er wie ein junger Gott? „Von wegen“, erzählt Friedrich lachend. „Das war überhaupt nichts. Ich dachte zwar, ich habe das noch alles drauf, aber so war es leider nicht. Da hat man schon gesehen, dass mir das regelmäßige Training fehlte.“ Die Partie endete 3:3. Ob Torwartfehler dabei waren – da schweigen wir jetzt mal.

Friedrich: „Im Zweifel schlag ich den Ball hinten raus.“

Am vergangenen Samstag lief es deutlich besser. Eitting gewann 2:0 – Betonung auf „zu null“. Der Perfektionist meinte selbst: „Das hat relativ gut funktioniert.“ Diesmal ging er auf Nummer sicher. „Wenn es ging, haben wir ruhig von hinten aufgebaut. Aber im Zweifel schlage ich den Ball halt einfach mal von hinten raus. Da wird nicht viel experimentiert.“ Er lieferte eine einwandfreie Partie ab.

Für Spielertrainer Markus Weber war das keine große Überraschung: „Er hat damals ja schon in der Bezirksliga gespielt. Das Talent ist also da, und durch seinen Job ist er einfach immer fit.“ Auch wenn er kein spezielles Fußballtraining habe, könne sich der Coach auf ihn verlassen. „Die Technik ist natürlich nicht mehr so vorhanden wie damals, aber im Verbund mit einer tollen Abwehr kann er jederzeit in der Kreisliga fangen“, meint Weber und fügt hinzu: „Für uns ist es Gold wert, so einen Keeper im Notfallgepäck zu haben. Er ist einfach auch charakterlich ein Klassetyp.“

Friedrich selbst findet es auch ganz praktisch, dass sein Pass in Eitting liegt. Mit Maxi Gröppmair, Felix Zehetmeier und Frede Neudecker habe er ja schon 2013/14 zusammengespielt. „Die Mannschaft ist natürlich schon eine andere geworden, aber ansonsten hat sich in Eitting nichts geändert“, meint er und schwärmt von den Bezirksligazeiten und den „schönen Eittinger Festln“, die beim Vereinswirt recht spät geendet haben. „Einmal bin ich dort nach einem Auswärtsspiel eingeschlafen“, erinnert sich Friedrich grinsend.

Wie stark der FCE heuer ist? „Ich kenne die anderen Mannschaften nicht, und gegen Allershausen war das eine enge Nummer“, sagt Friedrich. „Jetzt kommt zwar eine Phrase: Aber wenn die Eittinger zusammenhalten, dann können sie in der Kreisliga schon oben mitspielen.“

In der Sonntags-Partie gegen Taufkirchen wird er nicht im Tor stehen. „Ich bin bei meiner Freundin in Simbach“, erzählt er. Weber ist zuversichtlich, dass Kressierer wieder mit an Bord ist (siehe Liga-Check). Wenn nicht, könnte vielleicht doch noch ein Anruf kommen.

Mehr Infos über Markus Friedrichs Trainingsprogramm unter www.friedrich-training.de

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