Deutsche Fahne mit Halbmond

- Begegnungszentrum der Kulturen wird eröffnet

VON ANDREAS ZIMNIOK Kirchseeon - An einer Wand in dem türkischem Laden in der Kirchseeoner Fritz-Litzfelder-Straße hängt ein Bild. Es zeigt ein idyllisches Gebirgspanorama: schneebedeckte Gipfel, leuchtend blauer See, Berghütten. Mittendrin eine weiße Moschee mit zwei schlanken Türmen. Das Foto ist in der Türkei aufgenommen, doch die Kulisse sieht wie ein typisch deutsches Alpental aus - mit einer Moschee.

So wirkt das Bild, als hätte der Verein "Türkisch-deutscher Treffpunkt", dessen Räume durch den Laden zu erreichen sind, es aufgehängt, um seine Vision vom selbstverständlichen Miteinander zu symbolisieren. Freundschaft und Verständigung seien die Ziele des Vereins, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Ayhan Kir: "Deutsche und Türken, jeder soll seine Freunde mitbringen."

Die Schaufenster der bistroartigen Versammlungsstätte, die in etwa einem Monat offiziell eröffnet werden soll, propagieren die Vision des Vereins auffälliger als das kleine Bild mit der Gebirgsmoschee. Sie sind mit meterhohen Plastikstreifen in den Farben der deutschen Fahne beklebt. Das rote Drittel ist mit Halbmond und Stern der türkischen Flagge versehen. Ge(k)lebte Völkerverständigung.

Hinter den Schaufenstern ein Raum mit Theke samt Barhockern, stoffbespannten Metalltischen und Holzstühlen. Schon bald sollen hier Türken und Deutsche gemeinsam ratschen, spielen und feiern.

"Wenn Fußball läuft, wird es hier voll sein", meint Kir und deutet auf einen Fernseher. Noch flimmert der unbeachtet vor sich hin, noch ist es ruhig. Auf einer Kochplatte dampft eine orientalische Teekanne, zwei Männer spielen Karten. Am Nachbartisch liest einer Zeitung.

"Ein paar Sachen kommen noch, damit es richtig gemütlich wird", erzählt der Vize-Vorsitzende. Rechtlich stehe der Eröffnung des "Treffpunkts" jedoch nichts mehr im Wege. "Alles ist genehmigt", versichert Kir. "Wir sieben Jungs", wie er die Gründungsmitglieder des Vereins nennt, "waren beim Notar".

Demnächst soll noch ein Bücherregal mit Infos über die Türkei aufgestellt werden, eventuell werden auch entsprechende Vorträge oder Gesprächsabende stattfinden, kündigt Kir an: "Wenn jemand etwas über die Türkei erfahren will, werden wir das auf jeden Fall machen."

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