Dorfplatz: Gemeinde will verhandeln

- Wallgau – Es kommt eher selten vor, dass im Wallgauer Gemeinderat der spannendste Punkt unter „Sonstiges“ diskutiert wird. Und die Causa „Dorfplatz“ wäre im Rathaus wohl gar nicht erörtert worden, wenn nicht die CSU-Fraktion dieses heikle Thema aufs Tablett gebracht hätte. Ja, die Volksvertreter einigten sich sogar darauf, mit der Raiffeisenbank – der Eigentümerin des „Kirchenböbl“ – Verhandlungen aufzunehmen.

von christof schnürer <P>Bekanntlich war es Dr. Ludger Goppel (CSU), der vor wenigen Tagen mit seiner Offensive den Stein ins Rollen gebracht hatte. Der 67-Jährige, selbst Anwohner des Dorfplatzes, forderte von der Gemeinde den Kauf und den Abriss des Anwesens &#8222;Kirchenböbl&#8220; (wir berichteten). Das über hundert Jahre alte ehemalige Bauernhaus verhindere nämlich eine Verschönerung des Wallgauer Zentrums. <P>Zustimmung erntet Goppel dabei von den Geschäftsleuten rund um den Dorfplatz &#8211; und offenbar auch von seiner eigenen Fraktion. Im Nachklapp der jüngsten Sitzung entfachte nämlich der Ortsvorsitzende der Christsozialen, Hansjörg Zahler, eine erneute Diskussion über diesen kommunalpolitischen Dauerbrenner. &#8222;Momentan drehen wir uns im Kreis&#8220;, bemerkte Zahler. Findet die Raiffeisenbank weiterhin keinen Mieter für das geplante neue Geschäftshaus, das anstelle des &#8222;Kirchenböbl&#8220; entstehen soll, kann auch der Dorfplatz nicht umgestaltet werden, und das ist in Zeiten drastisch sinkender Übernachtungszahlen verheerend, so der allgemeine Tenor. &#8222;Wir haben gegenüber dem Bürger aber die Verpflichtung, uns Gedanken zu machen&#8220;, schärfte Zahler seinen Kollegen ein. Er plädierte dafür, mit der Raiffeisenbank das Gespräch zu suchen, &#8222;auch wenn wir uns finanziell auf dünnem Eis bewegen&#8220;. <P>Ein Kauf des 2000 Quadratmeter großen Areals sei bei einem Bodenrichtwert von 450 Euro pro Quadratmeter absolut illusorisch, wies Bürgermeister Georg Jennewein (Junge Mitarbeiter) zum wiederholten Mal auf die leeren Gemeindekassen hin. Dennoch solle noch einmal verhandelt werden, warf Gemeinderat Karl Heinz Schwaiger (Wählerverein) ein. &#8222;Dann brauchen wir uns wenigstens nichts vorwerfen zu lassen.&#8220; <P>Sepp Berwein (CSU) regte eine Runde mit dem Raiffeisenbank-Aufsichtsrat und jeweils einem Fraktionsvertreter an. Peter Schäfer (Freie Wähler) konnte sich damit zwar anfreunden, dennoch warnte er: &#8222;Es darf nicht das Gleiche passieren wie in Mittenwald.&#8220; Da habe die Kommune für sündteures Geld den &#8222;Franziskaner&#8220; gekauft. Das Haus darauf ist seit vielen Jahren verschwunden. Ein neues Projekt? Fehlanzeige. Somit ist das ehemalige Brauerei-Gelände zum teuersten Parkplatz Mittenwalds avanciert. <P>

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