Drei Jahre Haft für den "Blüten-Rembrandt"

- Hopfinger kommt in Entziehungsanstalt

Aus seiner Bewunderung für die künstlerischen Gaben des Angeklagten machte der Richter kein Hehl. "Es wäre schade, wenn ein musischer Mann wie Sie untergehen würde", sagte Jürgen Hanreich zu Günter Hopfinger, den das Schwurgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt hat. Der Künstler hatte seine Schwester geschlagen und getreten. Die 1. Strafkammer ordnete zudem die Unterbringung des alkoholkranken 54-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an.

"Nehmen Sie diese Chance wahr", gab Hanreich dem Angeklagten mit auf den Weg in die Therapie. Hopfinger hatte in den 70er und 80er Jahren zweifelhaften Ruhm als Geldfälscher erlangt. Mehrere Jahre verbrachte der "Blüten-Rembrandt" in Gefängnis und Psychiatrie. Zuletzt lebte Hopfinger straffrei und verdiente sein Geld damit, täuschend echt große Künstler wie Rembrandt oder Picasso nachzumalen. Zugleich versuchte er, sich mit seiner eigenen Kunst zu etablieren.

Die Verurteilung kam nicht überraschend, denn Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich bereits geeinigt. Die Hauptverhandlung hatte ergeben, dass Zweifel am zunächst angeklagten Vorwurf des versuchten Totschlags bestehen und dem Angeklagten ein Tötungsvorsatz nicht nachzuweisen ist.

"Es war eine Alkoholtat", sagte Richter Hanreich. Hopfinger hatte seiner Halbschwester Johanna M. am 10. Februar vergangenen Jahres nach einer durchzechten Nacht mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Nachdem die 44-Jährige zu Boden gefallen war, trat er die Frau mit Füßen. Durch den Sturz erlitt "Hanni" einen Schädelbruch.

"Der Angeklagte ist eigentlich ein musischer Typ, und Gewalt scheint ihm fremd", erklärte Hanreich. "Aber wenn er total besoffen ist, hat er seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle." Am Tattag hatte Hopfinger zwischen zwei und drei Promille.Bettina Link

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