Durststrecke nach Abschluss

Studenten: - München - Studieren lohnt sich - das zeigt eine neue Hochschul-Studie. Doch fällt der Einstieg ins Berufsleben nicht immer leicht. Besonders Geisteswissenschaftler haben nach dem Abschluss oft eine Durststrecke vor sich.

Was wird aus den Studenten, wenn sie die Uni verlassen? Auf diese Frage gab es bisher - zumindest für die einzelnen Bundesländer - keine Antwort. Das "Bayerische Absolventenpanel", eine Langzeitstudie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung (IHF), ändert das. 13 200 Studenten verschiedener Fächer erhielten einen Fragebogen. 37 Prozent schickten ihn zurück.

Wer nach dem Studium viel Geld verdienen und schnell einen Job finden will, sollte Ingenieurswissenschaften studieren - auch wenn sich das Ergebnis der Befragung nicht ganz so schlicht zusammenfassen lässt. Tatsache ist: Ingenieure verdienen in ihrem ersten Job am meisten von allen Absolventen. Ganz unten stehen die Geisteswissenschaftler. Auch den ersten Job finden Ingenieure, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler schneller als zum Beispiel Germanisten, Psychologen oder Historiker. "Ingenieure wissen ganz genau, was sie studieren und später arbeiten wollen", deutet Fachhochschul-Präsidentin Marion Schick das Ergebnis.

Offenbar ist dies bei Studenten der Geisteswissenschaften weniger der Fall. Ein Jahr nach ihrem Studium haben noch immer knapp ein Drittel keinen Job. Zudem hat der Beruf bei etwa einem Drittel wenig mit dem zu tun, was sie im Studium gelernt haben.

"Nicht ungewöhnlich", findet der Bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) dieses Ergebnis und verweist auf Karrieren, wie die vom Germanistik-Studenten zum BMW-Vorstand. Schließlich sei das Studium einer Geisteswissenschaft selten eine Ausbildung für einen bestimmten Beruf. "Die Studenten finden dort eine Stelle, wo man Menschen mit Bildung braucht."

Doch sind die Geisteswissenschaftler auch unzufriedener mit ihrem Studium. 30 Prozent würden es nicht empfehlen. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind indessen beinahe 87 Prozent zufrieden, von den Ingenieuren sogar mehr als 90 Prozent. Die größte Enttäuschung sind für die Studenten indes die Fächer Architektur und Bau-Ingenieurswesen. Nur gut die Hälfte der Absolventen würde ihr Studium empfehlen.

Eine Ehrenrettung ist das Ergebnis der Studie indessen für das Praktikum. "Es ist keine Sackgasse", sagt Dr. Lydia Hartwig vom IHF. Wer im Studium Praxiserfahrung sammelt, findet später schneller einen Job. Fast ein Viertel der Ingenieure kommt so an die erste Arbeitsstelle. Bei den Sprach- und Kulturwissenschaften sind es immerhin noch mehr als 15 Prozent. "Das Gerede von der ,Generation Praktikum‘ ist nicht gerechtfertigt", sagt Hartwig.

Insgesamt spricht laut Goppel das Ergebnis für die hohe Qualität bayerischer Universitäten: "Es zeigt: Studieren lohnt sich für die Studenten - und für den Staat."

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