Der eigene Garten Eden

- Jarzt - Zirka 500 verschiedene Apfelsorten, um die 5000 Apfelbäume und ein rund 50 000 Quadratmeter großer Obstgarten: Das alles nennt Anton Bauer aus Jarzt (Landkreis Freising) sein Eigen. Fast täglich ist es seinen Worten nach so, dass jemand zu ihm kommt und einen Apfel mitbringt. Die Bestimmung der Sorte ist für den Fachmannn kein Problem. Seit seiner Jugend ist der Obstbau sein Thema. Er war Lehrling des "Apfel-Pfarrers" Korbinian Aigner und führt heute dessen Lebenswerk fort.

<P>Anton Bauer zählt laut dem Gartenbau-Bezirksverband in Oberbayern zu den besten Obstkennern im Freistaat. Er baut neben den vielen Äpfeln unter anderem auch Birnen und Zwetschgen an. "Mein Vater hat schon einen Obstgarten angelegt", erzählt Bauer. Den habe er übernommen und "ziemlich vergrößert". Zu der familiären Prägung kam, dass Bauer Ministrant bei Pfarrer Korbinian Aigner war. Aigner konnte die Früchte nicht nur gut zeichnen, sondern hatte auch eine Vorliebe für die Pomologie (Obstbaukunde).<BR><BR>Wegen seiner ablehnenden Einstellung gegenüber Nationalsozialisten musste der "Apfelpfarrer" ins Konzentrationslager Dachau. Dort gelang es ihm, heimlich Äpfelkerne zu säen. Wie Bauer erzählt, züchtete Aigner vier Apfelsorten und konnte sie mit Hilfe der Klosterschwester Imma Mack aus dem Lager schaffen. Aigner überstand die Nazizeit und gründete 1945 den Bayerischen Landesverband für Obst- und Gartenbau wieder.<BR><BR>Dass die wertvollste der von Aigner gezüchteten Sorten "KZ3" nicht nach dem Tod des Pfarrers in Vergessenheit gerät, ist Anton Bauer zu verdanken. Der 74-Jährige sorgte mit dem Landesverband dafür, dass die Sorte den Namen "Korbiniansapfel" erhielt und bayernweit verteilt wurde. Auch nach Italien und Frankreich sind die Apfelbäume, die laut Bauer häufig in Klostergärten stehen, gekommen. "Ich habe auch in meinem Garten 20 Bäume", sagt der Vater von drei Söhnen.<BR><BR>1978 gründete Bauer in seiner Heimatgemeinde Fahrenzhausen den Gartenbauverein neu und wurde erster Vorsitzender. Der Verein ist Mitglied im oberbayerischen Bezirksverband, der heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert. Wie beim Verband über Bauer nachzulesen ist, gehen sein "außergewöhnliches Engagement für den Obstanbau und die Gartenkultur über die Grenzen seiner hinaus". Dafür bekam er 1999 die höchsten Auszeichnung des Landesverbandes, die "Goldenen Rose".<BR><BR>Sein Wissen über den Obstbau gibt Bauer in vielen Vorträgen wieder. Oder einfach in seinem Garten, wenn wieder einmal jemand einem Apfel vorbeikommt und die Sorte wissen möchte.<BR></P><P> </P>

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