Eigentümer am Zug

- VON MICHAEL STÜRZER Starnberg - Mitte Juni tritt die Planung für die Westumfahrung Starnbergs in eine neue Phase. Das Straßenbauamt wird den Eigentümern der Grundstücke an der Trasse die genauen Pläne vorstellen. Einige betroffene Grundeigentümer könnten Stadt und Landkreis dabei die Realisierung der Umfahrung schwer machen.<BR>

<P>Vom Bau der rund 3,5 Kilometer langen und nach derzeitigen Planungen über sechs Millionen Euro teuren Querverbindung zwischen der Straße über die Maisinger Schlucht und der Kreisstraße nördlich Hadorf wird von vielen als bestes Mittel angesehen, schnell für eine Verkehrsentlastung in Starnberg zu sorgen. Naturschützer und Anlieger sehen das anders. Rund 50 Flurnummern sind vom Bau betroffen, erklärte Kreiskämmerin Eva-Maria John auf Anfrage. Die Westumfahrung ist offiziell eine Kreisstraße, wird in Teilen jedoch vom Nutznießer, der Stadt Starnberg, finanziert. Bei der nicht öffentlichen Eigentümerversammlung sollen die Planungen im Detail präsentiert werden; so erfahren die Eigentümer, wie viel ihrer Flächen wie stark einbezogen werden soll.<P>Das Straßenbauamt erwartet sich von dem Treffen wichtige Erkenntnisse beispielsweise über die Wegeverbindungen zwischen Flächen, die durch die neue Straße unterbrochen werden. "Wir brauchen jetzt die Abstimmung mit den Betroffenen", sagt Stefan Scheckinger, für den Landkreis zuständiger Abteilungsleiter im Straßenbauamt München, das die Straße für den Landkreis plant. Nach dem Treffen will das Amt mit Hochdruck die Planfeststellungsunterlagen erarbeiten und möglichst im September oder Oktober das eigentliche Baugenehmigungsverfahren beantragen. Baubeginn der Westumfahrung wird kaum vor Mitte 2006 sein.<P>Den Gegnern der Straße, die sich in der Initiative Starnberger Natur und Verkehr zusammengeschlossen haben, können derzeit wenig tun. "Politisch ist das gelaufen", sagt Sprecher Augustin Landthaler. Tätig könne man erst mit der Auslegung der Pläne während des Genehmigungsverfahrens werden. Einige Grundeigentümer sind Mitglied der Initiative.<P>Während Scheckinger darauf hofft, dass sich die Eigentümer aktiv beteiligen, fürchtet John, dass es einige komplizierte Fälle geben könnte. Verkauft ein Grundeigentümer nicht, muss entweder aufwändig umgeplant werden oder eine Enteignung bzw. Umlegung angestrebt werden. Und das kann Monate dauern.<P>

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